NewsÄrzteschaftÄrztekammer Bayern für Vorabquote bei Zulassung zum Medizinstudium
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer Bayern für Vorabquote bei Zulassung zum Medizinstudium

Mittwoch, 4. Juli 2018

/dpa

München – Der Präsident der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer, Gerald Quitterer, hat sich für eine zügige Reform der Zulassung zum Medizinstudium und speziell reservierte Plätze ausgesprochen. Nötig sei eine zusätzliche „Vorabquote“ für niederlassungswillige Abiturienten, die sich vor dem Beginn des Studiums verpflichteten, nach dessen Abschluss in ein unterversorgtes Gebiet zu gehen, schreibt er in der Juliausgabe des Bayerischen Ärzteblattes. Eine weitere Quote sollte es für jene geben, die eine bestehende Praxis übernehmen wollten und sich dafür vertraglich festlegten, so der Kammerpräsident.

Die landläufige Behauptung, Studierende, die nicht über ihre Durchschnittsnote zum Medizinstudium zugelassen würden, könnten als Ärzte zweiter Klasse angesehen werden, sei entgegenzuhalten, dass jeder Studierende das gleiche Studium absolvieren und das gleiche Examen bestehen müsse, gibt Quitterer zu bedenken. „Ich sehe die ärztliche medizinische Versorgung in Deutschland und damit auch in Bayern gefährdet“, begründet Quitterer seine ‚Auffassung.

Anzeige

Ein Grund sei, dass sich zu wenige Ärzte niederließen, vor allem Hausärzte in ländlichen Gebieten. Außerdem schieden viele ältere Ärzte in den nächsten Jahren aus der Versorgung aus. Stipendienprogramme wie die Förderung der Niederlassung durch die Bayerische Staatsregierung und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns seien zwar sinnvoll und wirksam. Ebenso habe die Reform des Bereitschaftsdienstes sowie die abgewehrte Regressbedrohung bei der Verordnung von Arzneimitteln die Niederlassung wieder attraktiver gemacht.

„Und dennoch finden viele ausgebildete Mediziner den Weg in die Versorgung nicht“, so der Kammerpräsident. Gleichzeitig könnten deutsche Abiturienten, die sich für eine Niederlassung entscheiden würden, nicht Humanmedizin studieren, wenn sie den geforderten Notendurchschnitt von 1,0 nicht erreichten. „Es kann keine Lösung sein, ausländische Ärzte, deren Abiturzeugnisse offenbar keine Rolle spielen und die wir damit der ärztlichen Versorgung in ihren Heimatländern entziehen, anzuwerben“, schreibt der bayerische Kammerpräsident. 

Derzeit erarbeiten die Kultusminister der Länder Eckpunkte für ein neues Zulassungsverfahren zum Medizinstudium. Entschieden ist bereits, dass es künftig keine Wartezeitenquote mehr geben soll. Über diese Quote waren bisher 20 Prozent der Medizinstudienplätze für Abiturienten ohne Einser-Abitur reserviert worden. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Mai 2019
Berlin – Ab dem bevorstehenden Wintersemester sollen mehr Studierende über das Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) als bisher gefördert werden. Sie sollen darüber hinaus mehr Geld erhalten. Der
Bafög-Reform: Mehr Geld für mehr Studierende
15. Mai 2019
Berlin – Neue Formen des Medizinstudiums, bei der Universitäten mit kommunalen oder privaten Kliniken kooperieren, dürfen keine Qualitätsabstriche bei der Ausbildung machen. Das fordert die
Hochschulrektoren stellen hohe Anforderungen an Zweitcampus-Modelle beim Medizinstudium
14. Mai 2019
Berlin – Zum Sommersemester 2019 haben sich etwa doppelt so viele Frauen wie Männer um einen Studienplatz in Humanmedizin beworben. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage
Frauen haben größeres Interesse am Medizinstudium
10. Mai 2019
Hamburg – Angehende Mediziner können sich am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) im Rahmen des Modellstudiengangs iMED ab sofort auch im Bereich „Digital Health“ ausbilden. Zentrale Ziele des
„Digital Health“ neues Wahlfach in Hamburger Medizin-Modellstudiengang
7. Mai 2019
Neuruppin – Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) zugesagt, dass sie mit der geplanten Ärzteausbildung in der Lausitz gestärkt wird.
Woidke tritt Befürchtungen von Medizinstudenten in Neuruppin entgegen
30. April 2019
Halle/Leipzig – Wissenschaftler der Universität Leipzig erarbeiten zusammen mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Halle (Saale) ein neues Lehrkonzept, um mehr
Medizinstudium: Lehrkonzept soll für ländliche Regionen begeistern
25. April 2019
Cottbus – Die Brandenburger Landesregierung will Mediziner künftig in Cottbus ausbilden. Die Ausbildung solle eingebettet sein in das Konzept Gesundheitscampus Brandenburg, teilte Ministerpräsident
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER