NewsÄrzteschaftAbrechnungsprobleme blockieren Impfaktivitäten von Betriebsärzten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Abrechnungsprobleme blockieren Impfaktivitäten von Betriebsärzten

Mittwoch, 4. Juli 2018

/dpa

Berlin – Eigentlich sollten Betriebsärzte dem Willen des Gesetzgebers zufolge seit dem Präventionsgesetz die Menschen in Deutschland auch gegen Masern, Röteln und Keuchhusten impfen. Bezahlen sollten das die Krankenkassen. Doch bei der Umsetzung gibt es Probleme, monierte jetzt die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DEGAUM).

Die Fachgesellschaft beklagt, dass viele Krankenkassen davon ausgehen, dass Betriebsärzte für die Impfungen nicht zusätzlich vergütet werden dürften, da sie über die vom Arbeitgeber zu bezahlenden Arbeitsschutzmaßnahmen bereits honoriert seien. „Hier gilt es, zwischen Präventionsmaßnahmen im Arbeitsschutz sowie der betrieblichen Gesund­heits­förder­ung nach dem Präventionsgesetz zu unterscheiden“, argumentiert die DEGAUM. Die meisten Impfungen gehörten zur Primärprävention, deren Kosten die Krankenkassen zu tragen hätten. „Daher sind diese Gesundheitsleistungen, wenn sie von Betriebsärzten erbracht werden, auch zusätzlich gesondert zu vergüten“, so die Fachgesellschaft.

Anzeige

Aber auch wo auf Kassenseite die Bereitschaft zur Erstattung der Leistung bestehe, sei die Umsetzung schwierig, hieß es weiter. „Schutzimpfungen gehören zwar zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen, können aber im Moment nur direkt mit diesen einzeln abgerechnet werden“, schreibt die DEGAUM. Direktabrechnungen mit jeder einzelnen der unterschiedlichen Krankenkasse seien für die Betriebsmediziner im Alltag aber kaum wirtschaftlich machbar.

Für eine effiziente Abrechnung wäre eine Servicedienststelle erforderlich, die die Abrechnung zwischen Betriebsarzt und Krankenkasse übernehme. Dies sei aufgrund einer bestehenden Gesetzeslücke derzeit aber noch ausgeschlossen. Die DGEAUM hat daher beim Bundesministerium für Gesundheit eine entsprechende Gesetzesergänzung vorgeschlagen. „Nur mit einem praktikablen Prozess wird das Ziel einer Verbesserung des Impfschutzes in der Bevölkerung erreicht werden können“, plädiert die Fachgesellschaft für eine schnelle Lösung. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. November 2018
Berlin – In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 650.000 Menschen an einer Lungenentzündung. Spezialisten der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sehen sowohl die Patienten als auch
Geriater warnen vor Pneumonie bei älteren Menschen
7. November 2018
Frankfurt am Main – Wenn es um den Schutz vor Grippe geht, sind viele Mitarbeiter des Gesundheitswesens offenbar Impfmuffel. Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen hat daher heute an medizinisches Personal
Landesärztekammer will mehr Grippeimpfungen bei Klinikpersonal
7. November 2018
Rostock – Erstmals hat ein Impfstoffkandidat gegen das Chikungunya-Virus erfolgreich eine Phase-2-Studie mit 263 Teilnehmern abgeschlossen. Forschern der Universitätsmedizin Rostock ist es zusammen
Vielversprechender Impfstoff gegen Chikungunya-Viren sicher und verträglich
5. November 2018
Beerse/Belgien – Influenza-Forscher träumen seit Langem von einem Impfstoff, der auch ältere Menschen zuverlässig schützt und nicht jedes Jahr erneuert werden muss. Die Lösung könnte eine synthetische
Nasenspray könnte mit Lama-Antikörpern vor allen Grippeviren schützen
31. Oktober 2018
Langen – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist Medienberichten entgegengetreten, wonach der Grippeimpfstoff in dieser Saison bereits vergriffen sei. Richtig sei, dass bei vier von fünf zugelassenen
Paul-Ehrlich-Institut bittet um Meldung von Lieferengpässen bei Grippeimpfstoffen
30. Oktober 2018
Köln – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Maßnahmenpaket entwickelt, um niedergelassene Ärzte sowie Eltern und Jugendliche auf die Bedeutung einer Impfung gegen Humane
BZgA startet Informationskampagne zur HPV-Impfung
26. Oktober 2018
Toronto – Der in diesem Jahr eingeführte rekombinante Zoster-Impfstoff schützt ältere Menschen deutlich besser vor einem Herpes zoster (Gürtelrose), es kommt jedoch häufiger zu Nebenwirkungen, die
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER