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Unicef prangert Folgen des Krieges im Jemen für Kinder an

Mittwoch, 4. Juli 2018

/dpa

Genf – Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat die grausamen Folgen des „Blutbades“ im Jemen für Kinder angeprangert. Unicef-Chefin Henrietta Fore erklärte gestern nach einem Jemen-Besuch, mindestens 2.200 Kinder seien in dem Konflikt bereits getötet worden. 3.400 Kinder seien zudem verletzt worden und Millionen könnten keine Schule besuchen – rund 1.500 Schulen wurden laut Unicef bei Angriffen beschädigt. Fore hob hervor: „Es gibt keine Rechtfertigung für dieses Blutbad.“

Die Unicef-Chefin wies darauf hin, dass es sich bei den Zahlen verletzter und toter Kinder nur um die bestätigten Fälle handele. „Die tatsächlichen Zahlen könnten noch höher sein.“ Zahlreiche Kinder würden außerdem gezwungen, zu kämpfen, sagte Fore weiter. Viele litten darüber hinaus Hunger oder würden an vermeidbaren Krankheiten wie Cholera sterben. Sie habe im Jemen gesehen, was „drei Jahre intensiven Krieges nach Jahrzehnten der Unterentwicklung und chronischer globaler Gleichgültigkeit Kindern antun können“.

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Die Befürchtung, dass es zu einem Kollaps von Gesundheits- und Bildungssystem kommen könnte, „ist schon längst eingetreten“, sagte die Unicef-Chefin. Zahlreiche Mitarbeiter im Gesundheitswesen sowie Lehrer hätten seit zwei Jahren keinen Lohn mehr erhalten.

Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen seit 2014 gegen die Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Die vom sunnitischen Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt Hadis Truppen. Seit Beginn des Konflikts im Jemen wurden nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) fast 10.000 Menschen getötet und mehr als 55.000 weitere verletzt. Außerdem starben mehr als 2200 Menschen an Cholera. Die UNO beschreibt die humanitäre Krise im Jemen als die derzeit größte weltweit. 8,4 Millionen Menschen sind demnach von einer Hungersnot bedroht. © afp/aerzteblatt.de

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