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Universitätsmedizin Mainz setzt auf frühe Patienten­mobilisation

Donnerstag, 5. Juli 2018

/dpa

Mainz – Ein bewegungsförderndes Umfeld mit einem Bewegungsparcours haben das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie und das Institut für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation der Universitätsmedizin Mainz auf einer Modellstation eingerichtet.

„Nach großen Operationen wie der Implantation einer Hüft- oder Knieendoprothese lassen sich Komplikationen um 30 bis 50 Prozent reduzieren, wenn der Patient sich schon ab dem Operationstag wieder selbständig bewegt“, hieß es aus Mainz. Zudem könne der Patient nach einer solcher Operation schon nach fünf bis sieben statt der sonst üblichen durchschnittlichen zwölf Tagen wieder nach Hause.

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Wohzimmer eingerichtet

„Wir sind auf dem Weg zum aktiven Krankenhaus. In der modernen Arzt-Patienten-Beziehung wird der Patient während der Therapie zum aktiven, mitverantwortlichen Partner“, erklärte der Vorstandsvorsitzende und medizinische Vorstand der Universitäts­medizin Mainz, Norbert Pfeiffer. Bewegungsfördernde Umfelder, frühzeitige Selbst­ständigkeit des Patienten und damit kürze Liegezeiten seien eine Entwicklung, die nicht nur die Versorgungsqualität in der Universitätsmedizin Mainz weiter steigere, sondern zudem das Bild der Krankenhäuser in Zukunft grundlegend verändern werde.

Zu den optimierten Rahmenbedingungen auf der Modellstation zählt auch ein neu eingerichtetes Wohnzimmer. Es soll als Treffpunkt für die Patienten dienen, um sich beispielsweise über ihre Bewegungsfortschritte auszutauschen, gemeinsam zu essen oder auch Fernsehen zu schauen. Denn auch die soziale Komponente wirke bewegungsmotivierend, hieß es aus Mainz.

Die Maßnahmen sind Teil des Projekt PROMISE (PROzessoptiMIerung durch interdisziplinäre und SEktorenübergreifende Versorgung bei Patienten mit Hüft- und Knieendoprothesen). Dabei handelt es sich um ein vom Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss über drei Jahre mit 5,1 Millionen Euro gefördertes Projekt.

„Es dient einem optimierten und standardisierten Gesamtversorgungsprozess samt Best Practice-Leitfaden der zwei häufigsten in Deutschland durchgeführten Operationen: Hüft- und Knieendoprothesen“, erläuterte der stellvertretende Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter der Orthopädie und Rheumaorthopädie der Universitätsmedizin Mainz, Philipp Drees. © hil/aerzteblatt.de

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