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Medizin

Zugelassene Medikamente könnten bei Kleingefäßerkrankung wirken

Freitag, 6. Juli 2018

/Christoph Burgstedt - stock.adobe.com

Edinburgh – Die Mikroangiopathie oder Kleingefäßerkrankung, die eine häufige Ursache von Schlaganfällen und Demenzen ist, ist nach tierexperimentellen Studien in Science Translational Medicine (2018; 10: eaam9507) auf eine endotheliale Dysfunktion zurückzuführen. Einige bereits zugelassene Medikamente konnten die Störung bei den Versuchstieren vermindern.

Die Kleingefäßerkrankung, die in der kranialen Magnetresonanztomographie (MRT) zunächst durch punktuelle Hyperintensitäten, später auch durch Lakunen sichtbar wird, geht mit zunehmenden kognitiven Funktionsstörungen einher. Experten schätzen, dass bis zu 45 Prozent aller Demenzen auf eine Kleingefäßerkrankung zurückzuführen sind. Die zerebrale Mikroangiopathie gilt zudem als wichtige Ursache für Schlaganfälle.

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Ein Team um Anna Williams von der Universität Edinburgh hat die Pathogenese jetzt näher an einem Rattenstamm untersucht, der aufgrund einer frühzeitigen Hypertonie eine zerebrale Mikroangiopathie entwickelt. Die Forscher fanden heraus, dass es zunächst zu einer Funktionsstörung der Endothelien kommt. Die Zellen, die die Blutgefäße auskleiden und im Gehirn die Blut-Hirn-Schranke bilden, hatten nicht nur die Fähigkeit verloren, auf Ischämiereize mit einer Dilatation zu reagieren, was Durchblutungsstörungen verhindern kann.

Die funktionsgestörten Endothelzellen setzen auch das Hitzeschockprotein 90 frei, was die normale Entwicklung von Oligodendrozyten schädigte, die Teil des Stützgewebes im Gehirn sind.

Es ist bekannt, dass einige Medikamente die endotheliale Dysfunktion abschwächen können. Dazu gehören Statine, ACE-Hemmer und der Phosphodiesterase-Hemmer Cilostazol. Eine Behandlung mit Simvastatin, Perindopril oder Cilostazol verbesserte bei den Tieren die Funktion der Endothelien. Auch die Schädigung der Oligodendro­zyten wurde behoben. Die Behandlung musste bei den Ratten allerdings frühzeitig begonnen und lebenslang fortgesetzt werden.

Ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist nicht sicher. In der PROGRESS-Studie war es jedoch unter der Behandlung mit Perindopril zu einem Rückgang der Hyperintensitäten im MRT gekommen (Circulation 2005; 112: 1644-1650). Die Wirksamkeit von Cilostazol bei Patienten mit Kleingefäßerkrankung wird derzeit in Großbritannien in einer randomisierten Studie untersucht.

© rme/aerzteblatt.de

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