NewsHochschulenNeuer Forschungsbereich zu entzündlichen Darm­er­krank­ungen gestartet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Neuer Forschungsbereich zu entzündlichen Darm­er­krank­ungen gestartet

Freitag, 6. Juli 2018

/pixeljack, stockadobecom

Erlangen/Nürnberg – Ein neuer überregionaler Sonderforschungsbereich „Immun-Epitheliale Signalwege bei chronisch entzündlichen Darm­er­krank­ungen“ ist an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie an der Berliner Charité gestartet. Für die erste Förderperiode bis 2022 stellt die Deutsche Forschungs­gemeinschaft (DFG) dafür 11,5 Millionen Euro bereit.

Rund 400.000 Menschen in Deutschland leiden unter chronisch entzündlichen Darm­er­krank­ungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. „Trotz des Einsatzes starker Medikamente bleiben chronisch entzündliche Darm­er­krank­ungen schwer therapierbar“, erläuterte Christoph Becker, Forschungsleiter der Medizinischen Klinik 1 am Universitätsklinikum Erlangen und Sprecher des Sonderforschungsbereichs. Akute Schübe würden häufig noch mit Kortikosteroiden behandelt, die jedoch nur in einem Teil der Fälle zu einem Abklingen der Beschwerden führten.

Anzeige

Laut den Forschern ist das Zusammenwirken der verschiedenen Zellpopulationen im Darm bislang kaum verstanden. „Neuere Befunde zeigen, dass die Darmschleimhaut nicht einfach als physikalische Barriere betrachtet werden kann. Sie ist vielmehr ein hochdynamisches Gewebe, das auf eine Vielzahl von Umweltreizen einschließlich der Darmflora sowie auf lokale oder systemische Signale reagiert“, so Becker. 

Die Erlanger und Berliner Forscher wollen in den kommenden Jahren Erkenntnisse über die Regulation und Funktion des Immunsystems im Darm und aktuelle Daten zur anti-mikrobiellen Verteidigung an der Schleimhautbarriere in ein neues Krankheitskonzept integrieren. Vor allem die Rolle einer fehlgesteuerten Kommunikation zwischen Epithel- und Immunzellen bei der Pathogenese steht laut den Wissenschaftlern im Fokus der Projekte. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. Februar 2019
Exeter/England – Mutationen im Gen NUDT15, die zuvor bereits bei asiatischen Patienten entdeckt wurden, können auch bei Europäern die Myelotoxizität von Thiopurinen erhöhen, die häufig bei
Colitis ulcerosa/Morbus Crohn: Weiterer Gendefekt erhöht Myelotoxizität von Thiopurinen
17. Januar 2019
Adelaide – Eine fäkale Bakterientherapie, auch Stuhltransplantation genannt, hat in einer randomisierten klinischen Studie bei jedem dritten Patienten mit leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa
Colitis ulcerosa: Stuhltransplantation erreicht bei jedem dritten Patienten Remission
18. Dezember 2018
Mainz – Die Proteine CYLD und SMAD7 und ihre Wechselwirkung im Darm sind für die Entstehung der chronisch-entzündlichen Darm­er­krank­ung Morbus Crohn bedeutsam. Das berichten Wissenschaftler der
Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Morbus Crohn
13. November 2018
Houston – Eine Colitis, die zu den schweren Komplikationen einer Behandlung mit Immun-Checkpointinhibitoren gehört, kann offenbar mit einer fäkalen Bakterientherapie, auch Stuhltransplantation
Stuhltransplantation lindert Colitis nach Krebsimmuntherapie
16. Oktober 2018
Dortmund – Einen Vertrag zur besseren Versorgung von Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe mit der GWQ ServicePlus geschlossen. GWQ
Neuer Versorgungsvertrag für Patienten mit chronisch entzündlichen Darm­er­krank­ungen
12. Oktober 2018
Kiel – Einen Ansatzpunkt für die personalisierte Therapie bei Morbus Crohn haben Wissenschaftler des Exzellenzclusters Entzündungsforschung entdeckt. Das Journal of Experimental Medicine hat ihre
Ansatzpunkt für personalisierte Medizin bei Morbus Crohn
17. Juli 2018
Berlin – Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) haben Experten die S3-Leitlinie für die Behandlung der chronisch
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER