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Ausland

Europäischer Ausschuss der Regionen fordert farbliches Kennzeichnungssystem für Lebensmittel

Freitag, 6. Juli 2018

/Gerhard Seybert, adobe.stock.com

Brüssel – Der Mangel an zuverlässigen Informationen hat die EU-Versammlung der Kommunal- und Regionalpolitiker dazu veranlasst, einschlägige Empfehlungen für eine gesunde Ernährung vorzulegen. Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) fordert unter anderem ein verbindliches farbliches Kennzeichnungssystem für Lebensmittel.

Sollte die Empfehlung des AdR von den Entscheidungsträgern im Europäischen Rat und im Europäischen Parlament befürwortet werden, wären Lebensmittelhersteller in der ganzen EU gezwungen, den Verbrauchern durch eine farbliche Kennzeichnung der Lebensmittelverpackungen klare Informationen über den Zucker-, Salz- und Fettgehalt des Produkts zu geben. Die Nährwertkennzeichnung wäre auch online verfügbar.

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Eine verbindliche Kennzeichnung würde die Lage radikal ändern. Denn bislang entscheiden viele Lebensmittelhersteller selbst darüber, ob ihre Produkte gesund genug sind, um als geeignet für Kinder beworben zu werden. Solche Behauptungen müssten dann durch die Erfüllung europaweit geltender Anforderungen untermauert werden.  

Weitere Forderungen der AdR betreffen Steuern, Beihilfen und Bildung

Dieser Vorschlag ist nur einer von zahlreichen Empfehlungen aus der Stellungnahme „Lokale und regionale Anreize zur Förderung einer gesunden und nachhaltigen Ernährung“. Der AdR schlägt außerdem vor, Änderungen in der Raumplanung und Infrastruktur sowie den Einsatz von Instrumenten wie Steuern, Beihilfen und Gesetzen in Betracht zu ziehen.

Besonders wichtig sind nach Ansicht des AdR schulische Bildungsprogramme zur Förderung einer gesunden und aktiven Lebensweise, wobei Kindergärten und Grundschulen im Mittelpunkt stehen.

In der Stellungnahme wird nicht nur darauf hingewiesen, wie die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften gesunde Essgewohnheiten fördern können, sondern auch darauf, dass die Kommunen mit Hilfe der öffentlichen Auftragsvergabe mit gutem Beispiel vorangehen können. Öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflege­heime, Altenheime, Justizvollzugsanstalten sowie Kindergärten und Schulen könnten über den Verkauf und die Bereitstellung von gesunden, lokalen, saisonalen Erzeugnissen, die Nachhaltigkeit gewährleisten, als Vorbild fungieren.

Ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes öffentliches Beschaffungswesen war Thema einer Studie, die vom AdR in diesem Jahr in Auftrag gegeben wurde. © gie/EB/aerzteblatt.de

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