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Ausland

Höhlenrettung in Thailand: Behörden sehen Infektionsgefahr für geschwächte Kinder

Montag, 9. Juli 2018

Retter arbeiten fieberhaft daran, die in der Höhle eingeschlossenen Jugendlichen zu bergen. /dpa

Mae Sai – Die vier gestern aus einer überfluteten thailändischen Höhle geretteten Jungen müssen persönlichen Kontakt zunächst meiden. Wegen der Infektionsgefahr für die geschwächten Jungen dürften die Eltern noch keinen körperlichen Kontakt mit ihren Söhnen haben, sagte der Provinzgouverneur von Chiang Rai, Narongsak Osottanakorn, der den Rettungseinsatz für die Jungen-Fußballmannschaft leitet, vor Journalisten.

Die Trennung sei „eine Weile“ lang nötig, „weil wir besorgt wegen Infektionen sind“, sagte Narongsak. Die behandelnden Ärzte der Jungen träfen die Entscheidung, ob Angehörige die Jungen diese „aus der Entfernung oder durch Glas“ sehen dürften. Der Tauchgang durch die weit verzweigte Höhle ist schon für Profis kräftezehrend. Die vier Jungen und ihr Trainer waren erst in den vergangenen Tagen mit den Grundregeln des Tauchens vertraut gemacht worden, einige von ihnen können nicht einmal schwimmen.

Da die Jungen in dem schlammigen Wasser praktisch nichts sehen können, wurden Taue befestigt, an denen sie sich entlangziehen sollen. Wie gefährlich das Unterfangen ist, hatte am vergangenen Freitag der Tod eines erfahrenen thailändischen Tauchers gezeigt, der auf dem Weg aus der Höhle wegen Sauerstoffmangels gestorben war.

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Die vier Jungen waren gestern aus der Tham-Luang-Höhle gerettet worden, in der sie mehr als zwei Wochen festgesessen hatten. Erst neun Tage nach ihrem Verschwinden am 23. Juni waren sie gefunden und mit Lebensmitteln und medizinisch versorgt worden. Acht weitere Jungen der Fußballmannschaft sowie ihr 25-jähriger Trainer sitzen noch in der Höhle fest. Aus der überschwemmten Höhle in Thailand sind heute zwischenzeitlich vier weitere Kinder gerettet worden. Wie die Marine über Facebook mitteilte, sind damit nun acht Mitglieder der Fußballmannschaft gerettet.

Zunächst hatten die Einsatzkräfte versucht, einen alternativen Höhlenausgang für die Rettung zu finden. Außerdem zogen sie die Möglichkeit in Betracht, dass die Rettung erst in ein paar Monaten erfolgen könnte, wenn nach dem Ende der Monsunzeit das Wasser aus der Höhle abläuft. Der steigende Wasserspiegel und der gleichzeitig fallende Sauerstoffgehalt in der Höhle zwangen die Einsatzkräfte aber schließlich zum sofortigen Handeln. © afp/aerzteblatt.de

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