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Vorstands­vorsitzender der Universitätsmedizin Rostock bleibt freigestellt

Montag, 9. Juli 2018

Schwerin/Rostock – Nach Vorwürfen um zweifelhafte Geschäftspraktiken bleibt der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Rostock, Christian Schmidt, vorläufig von seiner Tätigkeit freigestellt. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der Aufsichtsrat Schmidt vergangenen Donnerstag vorläufig von seinen Aufgaben entbunden. Aus der Stellungnahme Schmidts hätten sich nun weitere Fragen ergeben, denen nun sorg­fältig nachgegangen wird, teilte das Bildungsministerium mit. Offizielle Angaben über die möglichen Verfehlungen liegen nicht vor.

Wie Schmidts Rechtsanwalt, Rolf Bietmann aus Köln, sagte, seien die bisher öffentlich erhobenen Vorwürfe wie fragwürdige Beraterverträge, Geschäfte mit Firmen in Steuer­oasen oder zweifelhafte Nebentätigkeiten nicht ihm beziehungsweise Schmidt gegen­über geäußert worden. Es seien Fragen des Aufsichtsrats zu beantworten gewesen etwa zu Vortragstätigkeiten oder auch zu einer Veröffentlichung in einem Rostocker Stadtmagazin, sagte Bietmann.

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Er verwies darauf, dass Schmidt nach dem bis Ende 2026 laufenden Vertrag berechtigt sei, Nebeneinnahmen zu erzielen und diese auch zu behalten. Alle Schmidt vom Aufsichtsrat zur Last gelegten Vorwürfe hätten widerlegt werden können. Schmidt lege Wert auf die Feststellung, dass er das Klinikum zu keinem Zeitpunkt geschädigt habe, auch finanziell nicht. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Versuch der gezielten Denunziation von einigen Beteiligten aus dem Mitarbeiterkreis initiiert worden ist“, heißt es in der Stellungnahme.

Bietmann forderte den Aufsichtsrat auf, weiteren Schaden vom Management der Klinik und der Klinik selbst abzuwenden. Eine Kündigung Schmidts wäre offenkundig rechtswidrig. Der Anwalt ging davon aus, dass die Suspendierung unverzüglich aufgehoben wird. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Emil Reisinger, leite derzeit die Klinik.

Bei der Staatsanwaltschaft Rostock sind nach Angaben ihres Sprechers, Harald Nowack, die angeforderten Unterlagen zu den Vorwürfen eingegangen. Es handele sich um umfangreiches Material. Es werde nun zunächst geprüft, ob Ermittlungen aufgenommen werden. © dpa/aerzteblatt.de

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