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Ärzteschaft

Honorar der niedergelassenen Ärzte in Nordrhein steigt um 176 Millionen Euro

Dienstag, 10. Juli 2018

/grafikplusfoto, stockadobecom

Düsseldorf – Das Honorar der niedergelassenen Ärzte in Nordrhein steigt in den Jahren 2017 und 2018 um zusammen rund 176 Millionen Euro. Darauf haben sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und die gesetzlichen Krankenkassen im Rheinland geeinigt. „Die Verhandlungen waren schwierig und lang – das Ergebnis aber kann sich sehen lassen und ist eine gute Nachricht für die niedergelassenen Kollegen sowie die ambulante Versorgung in Nordrhein“, sagte Frank Bergmann, Vorstands­vorsitzender der KV Nordrhein.

64 der 176 Millionen Euro sind als basiswirksame Anhebung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) angelegt. Diesen sogenannte Konvergenzbetrag hatte die KV schon lange gefordert. „Obwohl wir bei den Verhandlungen zur Konvergenz durch die vom Gesetzgeber vorgesehene Beweispflicht einen strukturellen Nachteil zu kompensieren hatten, haben wir ein sehr gutes Ergebnis erzielt“, sagte Bergmann.

Inklusive des Konvergenzbetrags beläuft sich die Steigerung der nordrheinischen Gesamtvergütung für das vergangene Jahr auf rund 120 Millionen Euro. Die Umsetzung der Bundesvorgaben inklusive der Anhebung des regionalen Punktwerts um 0,9 Prozent sowie die Berücksichtigung der Veränderungsraten bei Morbidität und demografischer Entwicklung führen dabei zu einem Zuwachs von rund 48 Millionen Euro. Die extrabudgetären nach Punkten bewerteten EBM-Leistungen stiegen ebenfalls um rund 0,9 Prozent. Die Verhandlungen für das Jahr 2018 summieren sich auf ein Plus von mehr als 56 Millionen Euro für die ambulante Versorgung.

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Als „durchwachsenes Ergebnis“ bewertet der Hausärzteverband Nordrhein die Honorar­einigung zwischen KV und Kassen.  „Bei den Honoraren ist die Allgemeinmedizin wieder einmal schlecht weggekommen“, kritisierte der Verbandsvorsitzende Dirk Mecking. Die Leistungen der hausärztlichen Versorgung spiegelten sich erneut nicht in den Honorarregelungen wieder. Wenn wir die medizinischen Versorgungsstrukturen dauerhaft stärken wollen, müssen auch die ausführenden Fachkräfte adäquat honoriert werden“, so Mecking.

Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, ist hingegen zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis. „Wir investieren einen hohen Betrag in die Zukunftsfähigkeit, in den Ausbau und die Verbesserung der ambulanten Versorgung. Es ist uns gelungen, ein Gesamtpaket zu schnüren, das die Interessen beider Seiten ausgewogen berücksichtigt. Die Einigung zeigt, dass die nordrheinische Selbstverwaltung auch bei schwierigen Themen handlungsfähig ist“, sagte er. © hil/aerzteblatt.de

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