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Politik

Tuberkulose: Thüringen gibt nach Todes­fällen Entwarnung

Mittwoch, 11. Juli 2018

/dpa

Nordhausen/Erfurt – Nach dem Bekanntwerden von zwei Todesfällen aufgrund von Tuberkulose hat das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Thüringen aktuelle Fallzahlen zu der Infektionskrankheit in Thüringen vorgelegt. Demnach sind im laufenden Jahr bis Anfang Juli bisher 46 Erkrankungsfälle bekannt.

Im vergangenen Jahr lag die Gesamtzahl der registrierten Neuerkrankungen bei 110. Ein Tiefstand wurde zuletzt 2013 mit 67 Fällen erreicht. Ende Juni war bekannt­geworden, dass in diesem Jahr bereits zwei Patienten an Tuberkulose gestorben sind. Auch im vergangenen Jahr sind in Thüringen zwei Menschen durch Tuberkulose ums Leben gekommen.

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Bei den aktuellen Fällen wurden die Patienten im Landkreis Nordhausen behandelt. Es seien die ersten Todesfälle durch die durch Bakterien verursachte Krankheit seit Jahren in dem Landkreis gewesen, erklärte eine Sprecherin. Die aktuellen Auswertungen und Analysen der Tuberkuloseerkrankungen ließen allerdings keinen Hinweis auf ein steigendes Infektionsrisiko in Thüringen erkennen, hieß es aus dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium.

Grundsätzlich sei aber seit 2014 ein Anstieg der Fallzahlen zu beobachten. Mit 112 Erkrankungsfällen 2016 und den 110 Fällen 2017 bewege sich die Zahl auf einem ähnlich hohen Niveau. Als Ursache für die Entwicklung verweist das Ministerium auf Asylsuchende. Deren Anzahl habe in Thüringen 2014 und 2015 zu-, seit 2016 aber wieder abgenommen. 2018 seien bislang 28 Erkrankungen (61 Prozent) bei Asylbewerbern und anderen Ausländern gemeldet worden.

Tuberkulose befällt in der Regel die Lunge und schien zumindest in Deutschland lange Zeit fast vergessen. In manch ärmeren Ländern der Welt ist der stäbchenförmige Erreger aber immer noch ein größeres Problem. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mit den Erregern infiziert, wobei zwischen fünf und zehn Prozent der infizierten Erwachsenen im Laufe ihres Lebens eine behandlungsbedürftige Tuberkulose entwickeln.

Der Umgang mit der Krankheit ist in Deutschland stark geregelt. Ärzte müssen Tuberkulosefälle an Gesundheitsämter melden. Besondere Wachsamkeit sei nicht nur bei Migranten, sondern auch bei älteren und sozial schwachen Menschen geboten, heißt es aus dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium. © dpa/aerzteblatt.de

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