NewsPolitikGutachten zum Risiko­strukturausgleich in Bayern positiv aufgenommen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gutachten zum Risiko­strukturausgleich in Bayern positiv aufgenommen

Mittwoch, 11. Juli 2018

/Coloures-Pic, stockadobecom

München – Das gestern vorgelegte Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats zu den regionalen Verteilungswirkungen des Risiko­struk­tur­aus­gleichs in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (Morbi-RSA) ist in Bayern auf ein positives Echo gestoßen. Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU), betonte, das Gutachten stütze die Forderung Bayerns nach fairen Wettbewerbsbedingungen unter den Krankenkassen.

Davon könnten nicht nur Versicherte in Bayern, sondern auch in anderen Hochlohn- und Hochkostenregionen etwa in Nordrhein-Westfalen und Hamburg profitieren. „Die Berücksichtigung verschiedener Faktoren, die regionale Strukturunterschiede wie Pflegebedürftigkeit oder Hausarztdichte beschreiben, können die Genauigkeit der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds weiter verbessern“, sagte Huml. Sie verwies auf den Vorschlag des Wissenschaftlichen Beirats, nun erstmals auch regional­statistische Merkmale in den Morbi-RSA einzuführen.

Anzeige

Risikostruktur­ausgleich: Gutachter schlagen regionalisierte Zusatzbeiträge vor

Bonn/Berlin – Regional differenzierte Zusatzbeiträge der Krankenkassen, ein partieller Ausgleich der Über‐ und Unterdeckungen – oder ein kombinierter Ansatz aus beidem könnten mittelfristig regionale Verwerfungen des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs (Morbi‐RSA) verringern. Das sind Vorschläge, die der Wissenschaftliche Beirat zur Weiterentwicklung des (...)

„Wir brauchen jetzt nachhaltige Reformen. Dazu gehört auch die Anerkennung regionaler Struktur- und Kostenunterschiede“, forderte die Ministerin. Sie ergänzte, das Gutachten belege, was zwei Gutachten des bayerischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums aus den Jahren 2014 und 2016 für Bayern bereits gezeigt hätte. „Das Ausgleichssystem des Morbi-RSA hat seit seiner Einführung die regionale Dimension der medizinischen Versorgung zu Unrecht ausgeklammert. Regionale Unterschiede setzen für die Krankenkassen bislang falsche Anreize zur Risikoselektion gegenüber den Versicherten und verzerren den Wettbewerb der Krankenkassen“, so Huml.

Zusammen mit dem im November 2017 veröffentlichten Sondergutachten des Beirats sieht Huml nun die Grundlagen für eine ausgewogene Gesamtreform des Finanz­ausgleichs der Krankenkassen gegeben.

Bayern ist wie zum Beispiel auch Hamburg ein Hochlohnland und Hochpreisland. Die Krankenkassen erhalten aus dem Gesundheitsfonds aber lediglich Zuweisungen entsprechend den bundesdurchschnittlichen Leistungsausgaben. Die in Deutschland regional unterschiedlichen Kosten der Gesundheitsversorgung berücksichtigen sie nicht. In Regionen mit niedrigen Kosten wanderten Fondszuweisungen daher mehr in das Vermögen der Krankenkassen, anstatt in die Versorgung der Versicherten investiert zu werden, hieß es aus dem Freistaat. © may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Oktober 2018
Berlin – Mit dem geplanten GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) strebt Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) eine umfassende Reform des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs
Morbi-RSA: Geplante Reform spaltet Gemüter der Krankenkassen
14. September 2018
Berlin – Die Innungskrankenkassen (IKK) haben sich für eine schnelle Reform des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs (Morbi-RSA) ausgesprochen. Demnach sollten Kodierrichtlinien mit
Innungskrankenkassen wehren sich gegen Manipulationen im Risiko­struk­tur­aus­gleich
30. August 2018
Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat den langjährigen Vorsitzenden des Beirats des Bundesversicherungsamtes zur Weiterentwicklung des Risiko­struk­tur­aus­gleichs, Jürgen Wasem, nicht
Risiko­struk­tur­aus­gleich: Beirat beim Bundesversicherungsamt umgebaut
29. August 2018
Berlin – Im vergangenen Jahr haben sich bundesweit mehrere Staatsanwaltschaften wegen Verdachtsfällen auf Manipulationen von Diagnosen an das Bundesversicherungsamt (BVA) gewendet. Das geht aus dem
Bundesversicherungsamt: Diagnosemanipulationen sind strafbar
20. Juli 2018
Berlin – Der morbiditätsorientierte Risiko­struk­tur­aus­gleich (Morbi-RSA), der den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen regelt, sollte ganz neu gedacht werden. Das hat Franz Knieps, Vorstand des
Morbi-RSA sollte neu gedacht werden
10. Juli 2018
Bonn/Berlin – Regional differenzierte Zusatzbeiträge der Krankenkassen, ein partieller Ausgleich der Über‐ und Unterdeckungen – oder ein kombinierter Ansatz aus beidem könnten mittelfristig
Risiko­struk­tur­aus­gleich: Gutachter schlagen regionalisierte Zusatzbeiträge vor
4. Juni 2018
Berlin – Die Barmer hat einen Bericht zurückgewiesen, sie habe in großem Stil Abrechnungsbetrug begangen. Diese Vermutung der Bild am Sonntag gehöre ins „Reich der Fabeln“, erklärte Barmer-Sprecher
LNS
NEWSLETTER