NewsVermischtesProzess um unerlaubte Abgabe von Methadon
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Prozess um unerlaubte Abgabe von Methadon

Mittwoch, 11. Juli 2018

/dpa

Lübeck – In einem Prozess um die unerlaubte Abgabe der Ersatzdroge Methadon hat einer der beiden angeklagten Ärzte die Vorwürfe heute vor dem Lübecker Landgericht zurückgewiesen. „Wir haben niemanden geschädigt, sondern schwerstkranken Patienten geholfen, die kein niedergelassener Arzt und kein Apotheker in seinen Räumen haben wollte“, sagte der 63 Jahre alte frühere Leiter der psychiatrischen Abteilung des Johanniter-Krankenhauses in Geesthacht.

Verteidiger wollen Freispruch

Der 63-Jährige sowie ein 57 Jahre alter Oberarzt sollen zwischen 2011 und 2016 in einer Methadon-Praxis in den Räumen des Johanniter-Krankenhauses in Geesthacht im Kreis Herzogtum Lauenburg Methadon an Patienten abgeben haben, was eigentlich nur Apotheken erlaubt ist. Außerdem sollen sie den Patienten Methadon mit nach Hause gegeben haben, anstatt die Einnahme vor Ort zu überwachen. Die Verteidiger wiesen die Vorwürfe zu Prozessbeginn zurück und kündigten an, Freisprüche beantragen zu wollen.

Anzeige

Dem 63-Jährigen werden 2.903 Taten zwischen September 2013 und Juli 2016 vorgeworfen. Der 57-Jährige soll zwischen Ende 2011 und August 2013 in 2.451 Fällen Methadon unerlaubt und in unzulässigen Mengen abgegeben haben. In der Ambulanz wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft rund 100 Patienten pro Jahr behandelt.

Nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung müssen Substitutionsmittel vom Arzt verordnet, durch einen Apotheker abgegeben und unter den Augen des Arztes oder Apothekers eingenommen werden. So soll der illegale Handel mit dem Heroin-Ersatzstoff verhindert werden. Gegen diese Bestimmung haben die Angeklagten nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ebenso verstoßen, wie gegen die Verordnung, wonach nur Apotheken Arzneimittel abgeben dürfen.

„Die Ambulanz war eine Mischung aus kassenärztlicher Praxis, Apotheke und psychiatrischer Klinik“, sagte der frühere Leiter der psychiatrischen Abteilung des Johanniter-Krankenhauses. „Wir hatten eine Übereinkunft mit einem Geesthachter Apotheker. Er hat die Methadonzubereitungen hergestellt und in die Ambulanz geliefert, wo ein Dosierautomat stand. Nicht verbrauchtes Methadon hat er zurückgenommen und vernichtet“, sagte der Angeklagte. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Juni 2019
Potsdam – Im Fall um einen möglicherweise illegalen Handel mit eventuell gestohlenen Krebsmedikamenten hat das Landgericht Berlin einer Unterlassungsklage der Brandenburger Pharmafirma Lunapharm gegen
Urteil: RBB-Bericht zu Krebsmittelskandal teils unzulässig
11. Juni 2019
Oldenburg – Der zu lebenslanger Haft verurteilte Serienmörder und Ex-Krankenpfleger Niels H. hat gegen diese Entscheidung des Oldenburger Landgerichtes einen Revisionsantrag gestellt. Das teilte die
Niels H. geht nach Urteil in Revision
7. Juni 2019
Düsseldorf – Am Oberlandesgericht Düsseldorf hat heute das Hauptverfahren gegen die mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer Sief Allah H. und Yasmin H. begonnen. Bislang sind 16 Fortsetzungstermine bestimmt –
Mutmaßliche Rizin-Bombenbauer vor Gericht
6. Juni 2019
Stuttgart – Knapp ein Jahr nach den massenhaften Krankmeldungen an der Stuttgarter Universität Hohenheim ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart mittlerweile gegen etwa 100 Studierende. Das teilte
Ermittlungen gegen etwa 100 Studierende in Attestaffäre
6. Juni 2019
Oldenburg – Der ehemalige Krankenpfleger Niels H. ist wegen weiterer 85 Morde an Intensivpatienten verurteilt worden. Das Landgericht in Oldenburg verhängte heute gegen den zuvor bereits wegen sechs
Früherer Krankenpfleger Niels H. wegen 85-fachen Mordes verurteilt
6. Juni 2019
New York – Inmitten der Opioidkrise in den USA hat sich ein Schmerzmittelhersteller wegen Schmiergeldzahlungen an Ärzte zur Zahlung einer Millionenstrafe bereiterklärt. Insys Therapeutics zahle in den
Opioidhersteller in den USA zahlt Millionenstrafe
5. Juni 2019
Karlsruhe – Im Streit um den Vertrieb zweier konkurrierender Cholesterinsenker auf dem deutschen Markt hat der US-Konzern Amgen einen Etappensieg erzielt. Der für das Patentrecht zuständige X.
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER