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Medizin

Immuntherapie verdoppelt Überlebens­raten für Patienten mit Melanom-Hirn­metastasen

Montag, 16. Juli 2018

Checkpoint-Inhibitoren, bei denen es sich derzeit noch ausschließlich um monoklonale Antikörper handelt, schalten immunsupprimierende Signale der Tumoren ab. /Mirror-images, stock.adobe.com
Checkpointinhibitoren, bei denen es sich derzeit noch ausschließlich um monoklonale Antikörper handelt, schalten immunsupprimierende Signale der Tumoren ab. /Mirror-images, stock.adobe.com

Boston – Checkpointinhibitoren können auch bei Melanompatienten mit Hirnme­tastasen das Gesamtüberleben signifikant verbessern. Das besagt eine Studie von Forschern des Brigham and Women's Hospital, die Daten aus der National Cancer Database von fast 3.000 Betoffenen in den USA ausgewertet haben. Die Ergebnisse sind in Cancer Immunology Research erschienen (2018; doi: 10.1158/2326-6066.CIR-18-0067).

Melanompatienten (Stadium 4) mit Hirnmetastasen, die eine Checkpoint-Blockade-Immuntherapie erhielten, überlebten durchschnittlich mehr als doppelt so lange wie diejenigen, die keine Immuntherapie erhalten hatten (12,4 versus 5,2 Monate). Ihre 5-Jahres-Überlebensrate war mit 28,1 % ebenfalls besser als 11,1 % bei jenen ohne Immuntherapie. Noch deutlicher machte sich der Vorteil der Checkpointinhibitoren bei Patienten bemerkbar, deren Krebs nicht im Gehirn Metastasen gebildet hatte, sondern beispielsweise in die Lunge oder der Leber. Hier lagen die 4-Jahres-Überlebensrate bei 56,4 Monaten verglichen mit 7,7 Monaten.

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Checkpointinhibitoren blockieren Brems- und Kontrollproteine auf T-Zellen und verhindern die Immunsuppression. Sie greifen nicht die Tumoren direkt an. Beispiele für diese Substanzen sind monoklonale Antikörper gegen CTLA-4 (Ipilimumab), PD-1 (Nivolumab, Pembrolizumab) und PD-L1 (Atezolizumab, Durvalumab, Avelumab – wirken direkt an der Krebszelle).

„Durch die Verwendung der landes­weiten Krebsdaten können wir erstmals die Auswirkungen dieser Immun­the­rapien auf das Überleben von Mela­nompatienten mit Hirnmetastasen bewerten“, sagte der leitende Autor Timothy Smith, Direktor des Compu­tational Neuroscience Outcomes Center am Brigham and Womens Hospital/Har­vard Medical School. Um welche Checkpointinhibitoren es sich dabei handelte und in welcher Dosis über welchen Zeitrraum dieser verabreicht wurde, lässt sich aus dem Datensatz jedoch nicht ablesen. Das maligne Melanom tendiert dazu, sich auf das Gehirn auszubreiten und ist die dritthäufigste Ursache metastasierender Hirntumore.

Beim malignen Melanom sei die Immuntherapie bereits eine der Standard­therapien und der Chemotherapie von den Effekten und der Verträglichkeit her weit überlegender, berichteten Experten 2017 beim Deutschen Hautkrebs­kongress.

Immuntherapie: Vom Neuling zum Standard in wenigen Jahren

Mainz – Die Immuntherapie gegen Krebs zählt mittlerweile nicht mehr zu den experimentellen Behandlungen. Beim malignen Melanom sei sie bereits eine der Standardtherapien und der Chemotherapie von den Effekten und der Verträglichkeit her weit überlegen, sagt Stephan Grabbe, Kongresspräsident des Deutschen Hautkrebskongresses, der morgen in Mainz beginnt. Er hält die Immuntherapie für einen der (...)

Die FDA-Zulassung von Checkpoint-Immuntherapien und gezielten Therapien wie BRAFV600-Inhibitoren hatte bereits 2011 neue Möglichkeiten zur Behandlung des fortgeschrittenem Melanoms eröffnet. Jedoch haben viele Studien Melanompatienten bisher ausgeschlossen, deren Hautkrebs sich auf das Gehirn ausgebreitet hatte. Es bestanden Bedenken, ob solche Medikamente die Blut-Hirn-Schranke überwinden können oder andere Behandlungsformen stören. © gie/aerzteblatt.de

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