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Medizin

Überlange Arbeitszeiten könnten Diabetesrisiko bei Frauen erhöhen

Donnerstag, 12. Juli 2018

/Med Photo Studio, stockadobecom

Toronto – Eine Arbeitszeit von mehr als 45 Stunden pro Woche ist mit einem erhöhten Diabetesrisiko bei Frauen verbunden. Das berichten Wissenschaftler des Institute for Work & Health, Toronto, Canada, nach einer rund 12-jährigen Beobachtungsstudie. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift BMJ Diabetes Research & Care erschienen (2018; doi: 10.1136/bmjdrc-2017-000496). 

Die Forscher verfolgten die Gesundheit von 7.065 kanadischen Arbeitnehmern im Alter von 35 bis 74 Jahren über einen Zeitraum von 12 Jahren anhand von nationalen Gesundheitserhebungsdaten und medizinischen Aufzeichnungen.

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Sie teilten die Wochenarbeitszeit der Teilnehmer in vier Gruppen ein: 15–34 Stunden, 35–40 Stunden, 41–44 Stunden und 45 oder mehr Stunden. Zusätzlich berücksichtigten sie eine Reihe von potenziellen Einflussfaktoren, unter anderem Alter, Geschlecht, Familienstand, Elternschaft, ethnische Zugehörigkeit, Geburts- und Wohnort, langfristige Gesundheitszustände, Lebensstil und Gewicht (BMI). Auch Arbeitsplatzfaktoren, zum Beispiel Schichtarbeit, bezogen die Wissenschaftler ein.

Während des Beobachtungszeitraums entwickelte jeder 10. Teilnehmer einen Typ-2-Diabetes, der bei Männern, älteren Altersgruppen und fettleibigen Personen häufiger diagnostiziert wurde. Die Dauer der Arbeitswoche war bei Männern nicht mit einem erhöhten Risiko der Erkrankung verbunden. Anders bei Frauen: Bei jenen, die 45 oder mehr Stunden pro Woche arbeiteten, war das Risiko mit 63 % deutlich höher als bei denjenigen, die zwischen 35 und 40 Stunden arbeiteten. 

Dieser Effekt wurde laut den Forschern nur geringfügig reduziert, wenn potenzielle Einflussfaktoren wie Rauchen, körperliche Aktivität, Alkoholkonsum und BMI berücksichtigt wurden.

„Lange Arbeitszeiten könnten zu einer chronischen Stressreaktion im Körper führen, was das Risiko von hormonellen Störungen und Insulinresistenz erhöht“, geben die Forscher zu bedenken. Allerdings handele es sich bei ihrer Untersuchung um eine Beobachtungsstudie, so dass kein definitiven kausalen Aussagen möglich seien. 

„In Anbetracht der raschen und erheblichen Zunahme der Diabetesprävalenz in Kanada und weltweit, ist es von großer Bedeutung, modifizierbare Risikofaktoren wie lange Arbeitszeiten zu identifizieren, um die Prävention zu verbessern“, meinen die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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