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Güte- und Mitgefühls-Me­ditationen könnten Menschen mit psychischen Erkrankungen helfen

Freitag, 13. Juli 2018

/Chinnapong, stock.adobe.com

Witten/Herdecke – Vorläufige Untersuchungen deuten darauf hin, dass schwere psychische Störungen wie Borderline-Störungen, Depressionen oder Schizophrenie mittels „compassion-based interventions“ (CBIs) und „Loving Kindness Meditation“ (LKM) gelindert werden könnten. Das ist das Ergebnis einer Übersichtsarbeit von 26 Studien, wovon jedoch nur 7 randomisiert und kontrolliert waren. Ob die Ansätze als eigenständige Behandlung oder ergänzend zu einer Psychotherapie helfen, können die bisher in Harvard Review of Psychiatry publizierten Daten noch nicht beantworten (2018; doi: 10.1097/HRP.0000000000000192).

Neben den Effekten auf die Symptomatik der Störungen halfen CBIs vor allem gegen Selbstabwertung und Scham. LKM steigerte die Häufigkeit des Glücklichseins, positiver Stimmung oder Optimismus. „In den wenigen Studien zeigen die beiden Methoden gute Wirkung“, fasst der Autor und Psychologe Johannes Graser von der Universität Witten/Herdecke das Ergebnis zusammen.

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Die Forschung hat bisher häufig die Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierten Therapie­verfahren bestätigt. Das sind zum Beispiel Verfahren wie die Mindfulness-based Stress-Reduction (MBSR) oder die Mindfulness-based Cognitive Therapy (MBCT). Weniger gut war bisher die Forschungslage bei Meditations- und Therapieformen, die zur Ent­wicklung von Güte und Mitgefühl entwickelt wurden. „Wir erreichen heute nur bei circa 60 % der Patienten, die an Borderline oder chronischer Depression leiden, nachhaltige und deutliche Linderung der Symptomatik“, ordnet Graser die Situation ein.

Gute Wünsche an das Selbst sind schwer

CBIs bauen darauf auf, dass Menschen das Leid anderer wahrnehmen und eine Motivation entwickeln, dieses Leid zu verringern. Auch eine mitfühlende Haltung gegenüber der eigenen Person und dem eigenen Leid soll kultiviert werden. In der LKM wird zunächst versucht, positive Wünsche wie das Glücklichsein, Sorgenfreiheit, Freiheit von Leid anderen Menschen zukommen zu lassen.

„Die Patienten nehmen das gut an, haben aber häufig Schwierigkeiten, sich selbst gute Wünsche zukommen zu lassen“, erklärt Graser das Therapieproblem. Wie Therapeuten mit diesem Widerstand umgehen können, ist ebenfalls Teil der Übersichtsarbeit.

Außerdem deuten manche der Studien darauf hin, dass die Ansätze von CBIs und LKM auch bei Angststörungen, chronischen Schmerzen und posttraumatischem Stress helfen können. „Es wird jedoch noch einige Forschung nötig sein, um zu klären, wie die Techniken im therapeutischen Alltag angewendet werden können, um möglichst effektiv verschiedenen Patientengruppen zu helfen“, sagt Graser. © gie/idw/aerzteblatt.de

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