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Luftverschmutzungs­daten aus dem All frei zugänglich

Freitag, 13. Juli 2018

Sentinel-5P /dpa

Köln – Messdaten aus dem All sollen ab sofort wichtige Aufschlüsse über die Luftverschmutzung liefern – im globalen Maßstab bis hinunter zu einzelnen Städten. Die entsprechenden Daten eines Erdbeobachtungssatelliten sind nun frei zugänglich, wie das Deutsche Raumfahrtzentrum DLR in Köln mitteilte. Durch das hochgenaue Instrument Tropomi an Bord des europäischen Satelliten Sentinel-5P können demnach erstmals sogar Luftverschmutzungen von einzelnen Städten gemessen werden.

Sentinel-5P liefert täglich globale Messungen von Ozon, Stickstoffdioxid, Kohlen­stoffmonoxid, Aerosol- und Wolkeneigenschaften. Umweltbehörden und Wissen­schaftler sind auf die Tropomi-Daten angewiesen, um die globalen Herausforderungen Luftverschmutzung und Klimawandel besser verstehen und bekämpfen zu können.

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Daten für Klima- und Gesundheitsforschung

In den kommenden Monaten wird der Sentinel-5P-Service laut DLR laufend erweitert – mit globalen Analysen von Schwefeldioxid, Formaldehyd, troposphärischem Ozon, Ozonprofilen, Methan und Aerosolhöhen. Diese Informationen dienen den Angaben zufolge nicht nur der Klimaforschung und Gesundheitsvorsorge, sondern unter anderem auch zur besseren Vorhersage von Vulkan-Aschewolken und damit der Flugsicherheit.

So erfasste der im Oktober 2017 gestartete Sentinel-5P-Satellit am 26. Juni kurz vor Ende seiner Testphase zeitnah den Ausbruch des Vulkans Sierra Negra auf den Galapagosinseln. Genau zum Zeitpunkt des Ausbruchs gegen 20:12 Uhr Ortszeit konnte Sentinel-5P extrem hohe Schwefeldioxid-Konzentrationen über dem Vulkan nachweisen und die Ausbreitung der Gaswolke sehr genau verorten.

Der Satellit umkreist die Erde 14 Mal pro Tag. Maximal drei Stunden nach der Messung stehen die einzelnen Datenprodukte laut DLR bereits zur Verfügung – ob Ozonwerte oder Schwefeldioxid-Konzentration. Der schnelle Service ist für die Nutzer wichtig, da Veränderungsprozesse in der Atmosphäre oft sehr schnell ablaufen. Insgesamt liefert Sentinel-5P täglich einen vollständigen globalen Datensatz zur Zusammensetzung der Atmosphäre.

Sentinel-5P gehört zu einer ganzen Flotte von Satelliten, die nach dem englischen Wort für Wächter benannt sind und seit dem Frühjahr 2014 nach und nach auf Erdumlaufbahnen gebracht werden. Dabei ist Sentinel-5P der erste Satellit, der die Erdatmosphäre für das sogenannte Kopernikus-Programm der Europäischen Kommission überwacht. Dieses Programm dient der Sammlung und Auswertung von Fernerkundungsdaten der Erde. Ziel ist es, den Zustand der Erde kontinuierlich zu erfassen und Daten über Ozeane, Landflächen, Atmosphäre und Klimawandel zu sammeln.

Das Tropomi-Instrument an Bord von Sentinel-5P wurde von der europäischen Raumfahrtorganisation ESA und der niederländischen Raumfahrtorganisation NSO entwickelt. Die Auswertung der Satellitendaten erfolgt durch das Königliche Niederländische Meteorologische Institut sowie durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. © afp/aerzteblatt.de

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