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Weniger Chemikalien in Kleidung: Greenpeace lobt Textilindustrie

Freitag, 13. Juli 2018

/dpa

Hamburg – Große Textilfirmen wie H&M und Zara, Benetton oder Puma verzichten zunehmend auf giftige Chemikalien bei der Herstellung ihrer Kleidung. Seit Beginn der vor sieben Jahren von Greenpeace gestarteten Detox-Kampagne schlossen sich weltweit 80 Firmen dem Ziel an, bis 2020 auf umwelt- und gesundheitsgefährdende Chemikalien in der Produktion zu verzichten. In Deutschland deckt die Vereinbarung 30 Prozent des Textilmarktes ab.

„Zu Beginn der Kampagne taten Unternehmen und Politik unsere Forderung nach giftfreien Kleidern als unrealistisch ab“, sagte Textilexpertin Viola Wohlgemuth von Greenpeace heute. „Doch die Detox-Verpflichtungen wirken. Und sie entlarven die Ausreden des schmutzigen Rests der Branche.“ Unternehmen könnten und müssten sich am neuen giftfreien Standard messen lassen.

Kresberregende Stoffe

Die Textilindustrie ist eine Boombranche: Der weltweite Kleiderkonsum steigt von 62 Millionen Tonnen im Jahr 2017 voraussichtlich auf 102 Millionen Tonnen im Jahr 2030 an, wie es in dem Greenpeace-Bericht zu der Detox-Kampagne heißt. Für Mensch und Umwelt gerade in Schwellenländern ist die große Nachfrage nach preiswerten und immer neuen Schuhen, Shirts und Shorts ein Riesenproblem. Im Produktionsprozess kommen oftmals giftige Stoffe zum Einsatz, etwa um die Kleidung zu färben, sie regenfest oder schimmelresistent zu machen.

Dadurch gelangen Chemikalien in Flüsse und Meere, Trinkwasser wird verschmutzt und Mensch und Tier kommen mit Stoffen in Kontakt, die Krebs erregen oder ihr Hormonsystem beeinflussen. Zusätzlich kontrollieren die Behörden in den Produktionsländern wie China, Indonesien oder Mexiko die Abwässer der Fabriken häufig nur unzureichend.

„Die Textilindustrie gehört zu den großen Nutzern gefährlicher Chemikalien und weltweit zu den Hauptverschmutzern von Trinkwasser“, beschreibt Greenpeace die Ausgangslage zu Beginn der Kampagne im Jahr 2011. Die Umweltschützer forderten die Modeketten damals auf, Verantwortung zu übernehmen und den Einsatz gefährlicher Chemikalien bis 2020 auf null zu senken.

Seitdem haben sich weltweit 80 Betriebe verpflichtet, ihre Lieferketten transparent zu machen und mindestens die elf für die Umwelt und Gesundheit gefährlichsten Chemikalien aus der Herstellung zu verbannen. Unabhängige Labore überprüfen zudem die Abwässer und Klärschlämme der Werke auf eine Reihe von giftigen Chemikalien.

Trotz der großen Fortschritte stellt Greenpeace klar: „Bis 2020 gibt es noch einiges zu tun.“ Die Unternehmen berichteten etwa noch von technischen Schwierigkeiten. Zudem müsse die Politik in der EU ebenso wie in den Produktionsländern verbindliche Regeln für die Produktion festlegen. Die Umweltschützer fordern die Chemieindustrie außerdem auf, Alternativen zu giftigen Stoffen zu entwickeln und unabsichtliche Verunreinigungen stärker reduzieren. © afp/aerzteblatt.de

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