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Ärzteschaft

Ferien verlängern: Ärzte sollten Elternwunsch nach Attest ablehnen

Donnerstag, 12. Juli 2018

/Peter Atkins, stockadobecom

Münster – Zu Beginn und am Ende längerer Ferien versuchen Eltern immer wieder, ihre schulpflichtigen Kinder aus dem Unterricht zu nehmen, um Urlaubsreisen früher antreten zu können – dies ist häufig finanziell günstiger. Ärztliche Attests als Entschuldigung sind aber der falsche Weg, warnt die Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Eine ärztliche Arbeitsunfähigkeits­bescheinigung sei „ganz und gar nicht die richtige Art und Weise, Kinder aus dem Unterricht zu nehmen“, stellte ÄKWL-Präsident Theodor Windhorst klar. Es sei allein Aufgabe der Eltern, Kinder für ein Fehlen in der Schule zu entschuldigen.

„Die Ärzte sind eindeutig der falsche Ansprechpartner, um die Schulpflicht auszusetzen. Schulschwänzen ist keine Krankheit und darf nicht ärztlich legitimiert werden“, betonte er. Windhorst rät Ärzten, elterlichen Anfragen nach einer Arbeitsunfähigkeits­bescheinigung zum Fernbleiben vom Unterricht daher nicht nachkommen. Nur bei einer nachgewiesenen längeren Erkrankung könne dies durch ein ärztliches Attest geschehen, erläuterte der Kammerpräsident.

Sollten Schulen den Verdacht haben, dass Eltern ihre Kinder ungerechtfertigter Weise und missbräuchlich aus dem Unterricht nehmen, müssten die Schulleitung oder später die Bezirksregierung tätig werden und gegebenenfalls Bußgelder verhängen, so Windhorst.

Laut einem Beitrag in der Rheinischen Post nimmt die Zahl der eingeleiteten Bußgeldverfahren für unerlaubtes und unentschuldigtes Schwänzen rund um die Ferienzeiten zu. 2013 hatte die Bezirksregierung Düsseldorf laut Bericht 218 Verfahren eingeleitet, 2017 waren es im Regierungsbezirk 390 Verfahren. Den Familien drohen Bußgelder bis zu 1.000 Euro. © hil/aerzteblatt.de

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Practicus
am Samstag, 14. Juli 2018, 22:43

Es ist eine Unverschämtheit

Ärzten zu unterstellen, sie würden aus reiner Gefälligkeit falsche Urkunden erstellen. Es gibt zahlreiche Gesundheitsprobleme, bei denen Arzt bzw Ärztin auf Angaben der Elern angewiesen sind.
Den Schulbehörden ist es doch an allen anderen Tagen des Jahres völlig gleichgültig, wenn Schüler massenhaft unentschuldigte Fehltage sammeln. Nur um den Ferienanfang herum, wenn eventuelle Bußgelder auch eingetrieben werden können - dann wird plötzlich die anscheinend unterbeschäftigte Bundespolizei aktiv... Was spricht dagegen, den Schulbesuch nach den Zeugniskonferenzen für freiwillig zu erklären und den Eltern zu überlassen, ob sie die Kinder in die Schule schicken wollen oder nicht - Unterricht findet ja nicht mehr statt...
M.W.
am Freitag, 13. Juli 2018, 19:01

Ursache und Wirkung

Mich würde interessieren, woher Herr Windhorst die Information hat, dass Attestwünsche kurz vor den Ferien darauf hindeuten, dass günstigere Flugreisen der Auslöser sind.

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