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Medizin

Dopaminschaltkreis steuert das Erlernen von Furcht

Freitag, 13. Juli 2018

/nobeastsofierce, stockadobecom

Wien/Magdeburg – Einen Dopaminschaltkreis für das Erlernen von Furcht haben Neurobiologen des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien zusammen mit Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beschrieben. Ihre Arbeit ist in der Zeitschrift Nature Neuroscience erschienen (2018; doi: 10.1038/s41593-018-0174-5).

Das sogenannte Furchtgedächtnis ist eine wichtige Überlebensstrategie für Mensch und Tier. Es lässt uns Anzeichen wie Gerüche oder Geräusche erkennen, die für das Wiederauftreten gefährlicher Situationen stehen, etwa einen Kampf oder eine Vergiftung. So können wir rechtzeitig reagieren, um Angriffen aus dem Weg zu gehen oder Verteidigungsreaktionen zu planen. Eine ungenaue Unterscheidung zwischen bedrohlichen und harmlosen Umgebungsreizen gilt als wesentliche Ursache für posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD).

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Die Forscher brachten Mäusen bei, einen bestimmten Ton – als Umgebungsreiz – mit dem Auftreten eines milden Fußschocks zu assoziieren, den Ton also in ihr Furcht­gedächtnis aufzunehmen. Mithilfe bildgebender Verfahren und sogenannter opto­genetischer Stimulation in vivo gelang es ihnen, eine neue Klasse von Dopamin­neuronen in der Mittelhirnregion zu lokalisieren, die während des Lernvorgangs aktiv war.

Die Aktivität der Neuronen führte zur Ausschüttung von Dopamin in der Amygdala, einer Zentrale für emotionales Lernen im Säugetiergehirn. Dort ermöglichte Dopamin die besonders effektive Abspeicherung des nun als bedrohlich empfundenen Tons im Langzeitgedächtnis. Eine vorübergehende Inaktivierung der Dopaminneuronen während des Lernvorgangs konnte eine Abspeicherung des Tons im Langzeitgedächtnis verhindern, während alleine die Stimulation dieser Neuronen die Erinnerung an den Ton auslöste.

„Diese Ergebnisse werfen ein ganz neues Licht auf Dopaminneuronen, die bisher nur als Signalgeber für Belohnung und Motivation angesehen wurden“, meint Florian Grössl, der Erstautor der Publikation. © hil/aerzteblatt.de

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