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Medizin

Aggressive T-Zellen können Parkinson verstärken

Montag, 23. Juli 2018

/medistock, stockadobecom

Erlangen/Nürnberg – Bei der Parkinsonerkrankung greifen bestimmte T-Zellen dopaminproduzierende Nervenzellen des Mittelhirns an und töten diese ab. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um die Stammzellforscherinnen Annika Sommer, Iryna Prots und Beate Winner von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Fachmagazin Cell (2018; doi: 10.1016/j.stem.2018.06.015). 

Weltweit sind rund 4,1 Millionen Menschen an Parkinson erkrankt, in Deutschland leben mehr als 300.000 Betroffene. Typische Symptome der Erkrankung sind verlangsamte Bewegungen, das Erstarren der Muskulatur, heftiges Zittern und eine zunehmend gebeugte Körperhaltung. Pathogenetisch für die Bewegungsstörung ist das stetige Absterben von Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren.

Im Mittelhirn von Parkinsonpatienten wiesen die Wissenschaftler zunächst unge­wöhnlich viele T-Zellen nach. Bei gemeinsamen Untersuchungen mit Wissenschaftlern der Bewegungsambulanz am Universitätsklinikum Erlangen fanden die Forscher im Blut von Parkinsonpatienten eine erhöhte Zahl von Th17-Zellen, ähnlich wie bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen.

Die Stammzellforscher entwickelten daher eine Zellkultur aus menschlichen Zellen: Dazu wurde betroffenen Patienten sowie gesunden Testpersonen eine kleine Hautprobe entnommen. Diese Hautzellen wandelten die Wissenschaftler in Stamm­zellen um. Diese differenzierte das Forschungsteam im nächsten Schritt weiter zu patienteneigenen Mittelhirnnervenzellen. Diese Zellen brachten sie mit frischen T-Zellen desselben Patienten in Kontakt.

Das Ergebnis: Die Abwehrzellen von Parkinsonpatienten töteten eine große Anzahl ihrer Nervenzellen. Dieser Mechanismus war nicht bei den gesunden Testpersonen nachweisbar. „Mit unseren Untersuchungen ist es uns gelungen, nachzuweisen, dass und auch wie T-Zellen an der Entstehung des Parkinsonsyndroms beteiligt sind“, erklärte Winner. Die Forscher hoffen, aus dieser Erkenntnis mittelfristig neue Behandlungsmöglichkeiten der Parkinsonkrankheit entwickeln zu können. © hil/aerzteblatt.de

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