NewsMedizinStress kann Sehkraft beeinträchtigen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Stress kann Sehkraft beeinträchtigen

Dienstag, 17. Juli 2018

/vectorfusionart, stockadobecom

Magdeburg – Bei Sehkraftverlusten sollten Ärzte ein besonderes Augenmerk auf das Thema Stress und Stressabbau legen. „Es gibt deutliche Hinweise auf eine psycho­somatische Komponente des Sehverlustes, denn Stress ist eine wichtige Ursache – und nicht nur eine Folge – des fortschreitenden Sehverlustes infolge von Erkrankungen wie Glaukom und Optikusneuropathie“, erläuterte Bernhard Sabel, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie der Universität Magdeburg.

Seine Arbeitsgruppe hat in einer Metaanalyse Forschungsergebnisse und klinische Berichte über den Zusammenhang von Stress und Augenerkrankungen analysiert. Die Arbeit ist EPMA Journal erschienen, dem offiziellen Journal der European Association for Predictive, Preventive, and Personalized Medicine (2018; doi: 10.1007/s13167-018-0136-8).

„Kontinuierlicher Stress und langfristig erhöhte Cortisolwerte können sich negativ auf das Auge und das Gehirn auswirken, da das vegetative Nervensystem unausgeglichen ist, die Blutgefäße dysreguliert werden und der Augeninnendruck steigt“, meint Sabel. Er sieht eine Diskrepanz zwischen geringer wissenschaftlicher Tätigkeit und den Bedürfnissen vieler Betroffener: Während viele Patienten vermuteten, dass psychischer Stress zu ihrem Sehverlust beigetragen habe, gebe es nur relativ wenige wissen­schaftliche Berichte, die das Verhältnis von Stress, Sehverlust und Wiederherstellung des Sehvermögens betrachteten. 

Die Forscher glauben, dass ein ganzheitlicher Ansatz im klinischen Management von Augenerkrankungen breiter eingesetzt werden könnte. Sie empfehlen Stressreduktions- und Entspannungstechniken wie Meditation, autogenes Training, Stressmanagement-Training oder Psychotherapie nicht nur als Ergänzung traditioneller Behandlungen des Sehverlustes, sondern auch als potenziell präventive Mittel gegen das Fortschreiten des Sehverlustes.

„Weitere klinische Studien sollten durchgeführt werden, um die kausale Rolle von Stress bei verschiedenen Erkrankungen mit niedrigem Sehvermögen zu bestätigen und um verschiedene Anti-Stress-Therapien zur Verhinderung des Fortschreitens sowie zur Verbesserung der Sehkraft als Grundlage der psychosomatischen Ophthalmologie zu evaluieren“, empfiehlt Sabel.

© hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER