NewsPolitikRückruf von verunreinigten Blutdrucksenkern nahezu abgeschlossen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Rückruf von verunreinigten Blutdrucksenkern nahezu abgeschlossen

Freitag, 13. Juli 2018

/Syda Productions, stockadobecom

Bonn – Nach dem Rückruf von bestimmten Blutdrucksenkern mit dem Wirkstoff Valsartan empfehlen die Behörden eine Umstellung auf unbedenkliche Arzneimittel. Betroffene sollten mit ihrem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten, welche Mittel von dem Rückruf betroffen sind, empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn. Gegebenenfalls könnten sie dann auf ein anderes valsartanhaltiges Medikament umgestellt werden.

Eine Sprecherin des Instituts sagte heute, auf keinen Fall sollten die Arzneimittel einfach so ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden. Das Gesundheitsrisiko eines solchen Absetzens sei um ein Vielfaches höher als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung. Ein akutes Patientenrisiko bestehe nicht.

Anzeige

Anfang diesen Monats hatte das Institut mitgeteilt, bestimmte Arzneimittel könnten mit einer potenziell krebserregenden Substanz verunreinigt sein. Es ging demnach um Medikamentenchargen, deren Wirkstoff vom chinesischen Unternehmen Zhejiang Huahai Pharmaceutical hergestellt worden sind. Mittlerweile ist der Rückruf laut BfArM weitgehend abgeschlossen.

Nach Angaben des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz geht es bei den Rückrufen um Arzneimittel in unterschiedlichen Dosierungen und Packungsgrößen von etwa 20 Herstellern.

Laut Hochdruckliga sind in Deutschland 20 bis 30 Millionen Menschen von Bluthoch­druck betroffen. Die Folgen können lebensgefährlich sein, dazu zählen auch Herz­infarkt und Schlaganfall. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 13. Juli 2018, 19:24

Der Teufel steckt im Detail!

Dass nach einem EU-weiten Rückruf Valsartan-haltiger Arzneimittel, deren Wirkstoff von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical stammt und offenkundig mit NDMA kontaminiert ist, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Umstellung der Patienten auf nicht betroffene Produkte rät, ist nur die halbe Wahrheit und in der Umsetzung schwierig.

N-Nitrosodimethylamin (NDMA) ist eine flüssige, wasserlösliche Substanz, die keinen charakteristischen Geruch besitzt. Chemisch wird NDMA der Gruppe der Nitrosamine zugerechnet. NDMA ist von der internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft.

Zwar liefert die Firma TAD Pharma GmbH, Heinz - Lohmann - Straße 5, 27472 Cuxhaven
E-mail info@tad.de
https://www.krka.biz/en/about-krka/krka-business-network/companies/
als der deutsche Vertriebspartner für pharmazeutische Produkte des international operierendenden Pharma-Unternehmens KRKA in Slowenien:
Krka, d. d., Novo mesto, Šmarješka cesta 6, 8501 Novo mesto, Slovenia
E-mail info@krka.biz und www.krka.biz
mit den folgenden Valsartan-Produktlinien
- Valsacor
- Valsartan Krka
und
Valsartan/Hydrochlorothiazid-(HCT)-Produktlinien
- Co-Valsacor
- Valsacombi
- Valsacor H
- Valsakor H 160
- Valsakor H 80
- Valsacor HD 160
- Valsaden
- Valsartan/hydrochlorothiazide Krka
NDMA-unbelastete blutdrucksenkende Präparate
https://www.krka.biz/en/pharmaceuticals-and-other-products/prescription-pharmaceuticals/

Denn nach Hersteller-Angaben wird Valsartan KRKA im eigenen Werk produziert und nicht aus Drittländern bezogen.
https://www.krka.biz/media/uploads/bn/producten/rx/pil/Valsartan-Krka-fct-PIL-53140_2-de-part-combi.pdf

Aber Valsartan TAD ebenso wie Valsartan Mylan/Dura sind neben dem teuren Original-Anbieter ohne jegliche chinesische Rückstände, weil sie nur in Europa gefertigt werden. Sie sind zumindest auf dem deutschen Markt derzeit komplett ausverkauft und nicht mehr lieferbar. Wenn TAD/Mylan-Dura also ausverkauft ist, geht alternativ auch Candesartan 8 16 32 mg entspechend 80 160 320 mg Valsartan.

Keine Panik, Schädigungen durch chinesische Verunreinigungen sind bei anderen Generika-Herstellern bei diesen geringen Mengen nicht zu erwarten. Reine Sicherheitsgründe geben den Ausschlag, aber ein Weglassen von notwendigen Antihypertensiva ist ebenfalls komplikationsbeladen.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund ( z.Zt. Bergen aan Zee / NL )
LNS

Nachrichten zum Thema

17. September 2018
Berlin – Viele Länder veranstalten heute bereits zum 4. Mal den Internationalen Tag der Patientensicherheit (ITPS). Wie groß die Resonanz und Beteiligung hierzulande ist, zeigt eine interaktive
Tag der Patientensicherheit: Chancen der Digitalisierung noch nicht ausgeschöpft
15. September 2018
Berlin – Deutschland braucht ein bundeseinheitliches Gütesiegel für digitale Gesundheitsanwendungen. Das hat Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), anlässlich des Tags der
Gütesiegel für Gesundheitsapps gefordert
14. September 2018
Hannover – Die Apotheker in Niedersachsen beklagen zunehmend Lieferengpässe bei Medikamenten wie zum Beispiel beim Schmerzmittel Ibuprofen. Der Wirkstoff werde überwiegend in einem Werk in den USA
Lieferengpässe bei Medikamenten beklagt
14. September 2018
Stuttgart/Berlin – Die AOK Baden-Württemberg, der Deutsche Apothekerverband (DAV) sowie die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) setzen sich für eine Abschaffung der
Abschaffung der Importquote verlangt
13. September 2018
London/Odense – Die Exposition mit der wahrscheinlich krebserregenden Substanz N-Nitrosodimethylamin (NDMA), der Hochdruckpatienten über Jahre durch Einnahme kontaminierter Valsartan-haltiger
Valsartan: Bisher kein Anstieg der Krebsrate durch kontaminierte Präparate erkennbar
12. September 2018
Bonn – Der Pharmakonzern Bayer muss auf dem Beipackzettel für sein rezeptfreies Magenmittel Iberogast künftig auch vor sehr seltenen, aber schwerwiegenden Leberschäden warnen. Das Unternehmen habe
Bayer muss bei Iberogast auf mögliche Leberschädigungen hinweisen
10. September 2018
Berlin/Bonn – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) muss bei der Arzneimittelüberwachung mehr Befugnisse erhalten. Die Bundesbehörde müsse den Landesbehörden in
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER