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Medizin

Mit neuen Risikogenen lassen sich acht Prozent aller allergischen Rhinitis-Er­krankungen erklären

Dienstag, 17. Juli 2018

Die allergische Rhinitis ist die häufigste Allergieform und umfasst mehrere Krankheitsbilder, die typischerweise durch Allergene aus der Luft ausgelöst werden. / psdesign1 stock.adobe.com
Die allergische Rhinitis ist die häufigste Allergieform und umfasst mehrere Krankheitsbilder, die typischerweise durch Allergene aus der Luft ausgelöst werden. / psdesign1 stock.adobe.com

München – Eine Datenanalyse von fast 900.000 Menschen hat 20 bisher unbekannte Risikogene des allergischen Schnupfens entschlüsselt. Die Ergebnisse stellen Forscher vom Helmholtz-Zentrum München und der Universität Kopenhagen in Nature Genetics vor (2018; doi: 10.1038/s41588-018-0157-1).

Die allergische Rhinitis wird typischerweise durch Allergene aus der Luft ausgelöst. Heuschnupfen, Hausstaubmilben- und die Tierhaarallergie sind Beispiele. Weltweit sind rund 400 Millionen Menschen betroffen.

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Ziel der Untersuchung im Rahmen des EAGLE-(EArly Genetics and Lifecourse Epidemiology-)Forschungsverbundes war es, genetische Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne allergische Rhinitis herauszuarbeiten. Im ersten Schritt verglichen die Forscher das Erbgut von rund 60.000 Patienten mit allergischer Rhinitis mit dem von mehr als 150.000 gesunden Kontroll­personen und ermittelten einen Kreis von 42 signifikanten Risikogenen, die teilweise bereits in der Literatur beschrieben waren.

Durch die damit bekannten Risikogene lassen sich in etwa 8 % der allergischen Rhinitiserkrankungen erklären. Marie Standl, Helmholtz Zentrum München

Im zweiten Schritt konnten sie 20 bisher unbekannte Risikogene anhand der Daten von weiteren rund 60.000 Betroffenen und 620.000 gesunden Kontrollen bestätigen. „Je höher die Zahl an Studienteilnehmern, desto sicherer die Aussage, die wir treffen können“, erklärt Marie Standl, Arbeitsgruppenleiterin am Institut für Epidemiologie des Helmholtz-Zentrums München. Sie ist Erstautorin der aktuellen Arbeit. „Durch die damit bekannten Risikogene lassen sich in etwa 8 % der allergischen Rhinitis­erkrankungen erklären.“

Anschließend untersuchten die Autoren anhand von Datenbanken die Funktionen der Gene. Tatsächlich war für die meisten schon ein Zusammenhang mit dem Immun­system bekannt, unter anderem bei der Bindung von Antigenen. Außerdem wurde eine starke Überschneidung von Risikogenen für allergische Rhinitis und Autoimmun­erkrankungen beobachtet.

„Die von uns identifizierten Stellen im Erbgut fördern das Verständnis für die Mecha­nismen des allergischen Schnupfens und erschließen hoffentlich neue Zielstrukturen für dessen Behandlung und Vorsorge“, erklärt Klaus Bønnelykke. Er leitete die Studie zusammen mit seinen Kollegen Johannes Waage und Hans Bisgaard von den Copenhagen Prospective Studies on Asthma in Childhood, kurz COPSAC, an der Universität Kopenhagen. „Allerdings erklären die gefundenen Gene nur teilweise, warum so viele Menschen eine allergische Rhinitis entwickeln. Ein wichtiger nächster Schritt wird sein, das Wechselspiel von Risikogenen und Umwelt zu erforschen.“ © gie/EB/aerzteblatt.de

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