NewsMedizinAlzheimer: Neuer PET-Tracer misst Synapsendichte im Gehirn
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Alzheimer: Neuer PET-Tracer misst Synapsendichte im Gehirn

Mittwoch, 18. Juli 2018

PET-Aufnahme der Synapsendichte (Synaptic Density) /Youtube, YaleCampus

New Haven/Connecticut – Ein neuer Tracer für die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) macht erstmals beim lebenden Patienten den Synapsenverlust im Hippocampus sichtbar, der für die Demenz beim Morbus Alzheimer verantwortlich ist. Das in JAMA Neurology (2018: doi: 10.1001/jamaneurol.2018.1836) vorgestellte Verfahren könnte die Diagnostik von Demenzerkrankungen erleichtern.

Der Morbus Alzheimer lässt sich in der PET derzeit erst erkennen, wenn es zum massiven Untergang von Hirnzellen gekommen ist. Der mit C11-markierte Pittsburgh Compound B (PiB) zeigt dann die Ablagerungen von Beta-Amyloiden. Es fehlte jedoch bisher ein Marker, mit dem die ersten Funktionsstörungen dargestellt werden können, die eng mit dem Gedächtnisverlust korrelieren. 

Anzeige

Dies scheint jetzt mit einem neuen Tracer zu gelingen, den Forscher der Yale University in New Haven/Connecticut jetzt erstmals am Menschen getestet haben: [11C]UCB-J, das strukturell mit dem Antikonvulsivum Levetiracetam verwandt ist, bindet am Glykoprotein 2A, das in fast allen Synapsen vorhanden ist. 

Bei den 10 gesunden Probanden, die Ming-Kai Chen und Mitarbeiter jetzt untersucht haben, waren nach der Injektion von [11C]UCB-J deutliche Signale im Hippocampus erkennbar. Bei den 11 Patienten mit Morbus Alzheimer, darunter 5 im Stadium MCI, waren die Signale im Hippocampus um bis zu 41 % vermindert. Das Ausmaß der Signale korrelierte bei den Patienten deutlich mit den Ergebnissen in einem Gedächtnistest.

Auf den Bildern war auch ein Rückgang der Synapsen im entorhinalen Cortex erkennbar, wo nach heutiger Kenntnis der Morbus Alzheimer seinen Ausgang nimmt. In subkortikalen Regionen, die länger erhalten bleiben, kam es nicht zu einem Rückgang der [11C]UCB-J-Bindung.

Wenn andere Zentren die Ergebnisse bestätigen sollten, könnte demnächst ein PET-Marker zur Verfügung stehen, der den Untergang der Synapsen anzeigt und damit enger mit dem Verlauf der Erkrankung korrelieren könnte als [11C]-PiB. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2018
Cambridge/England – Etwa die Hälfte aller Menschen hat Mutationen in Genen, deren Störung zu einer degenerativen Hirnerkrankung führen kann. Die in Nature Communications vorgestellten Ergebnisse
Somatische Mutationen: Viele Demenzen könnten vor der Geburt angelegt sein
10. Oktober 2018
Lübeck – Seltene autoimmune Enzephalitiden wurde erst vor wenigen Jahren beschrieben. Bei betroffenen Patienten können psychotische Symptome, Bewusstseins- und Gedächtnisstörungen oder epileptische
Antineuronale Antikörper sind ein Zeichen für autoimmune Enzephalitis
25. September 2018
Chicago/Tübingen – Bewegung kann auch für Menschen mit einer monogenetisch bedingten Alzheimerkrankheit von Vorteil sein. Mindestens 2,5 Stunden körperliche Aktivität pro Woche wirkten sich in einer
Bewegung könnte den kognitiven Verfall bei seltener Alzheimerkrankheit verzögern
21. September 2018
Berlin – Die Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen hat sich in Deutschland in den letzten Jahren verbessert, ist aber längst noch nicht zufriedenstellend. Noch kommen die
Psychiater fordern mehr Aufklärung zu Demenz und frühzeitige Diagnostik und Behandlung
20. September 2018
Berlin – Den Startschuss für eine nationale Demenzstrategie haben Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) und Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) gegeben. „Menschen mit Demenz und ihre
Bundesregierung plant eine nationale Demenzstrategie
17. September 2018
London – Das räumliche Orientierungsvermögen verschlechtert sich nicht nur in Abhängigkeit des Alters. Materieller Wohlstand und der Grad der Gleichstellung wirken sich ebenfalls darauf aus. Das zeigt
Cloudbasierte Demenzforschung: Wohlstand und Gleichstellung beeinflussen räumliche Orientierung
17. September 2018
Berlin – Mehrere Verbände haben heute eine bessere Versorgung von Demenzkranken durch spezialisierte Fachärzte gefordert. Politik und Ärzte müssten fördern, dass junge Menschen Berufe ergriffen, die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER