NewsPolitikHepatitis C: Asylbewerber haben Anspruch auf Therapie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Hepatitis C: Asylbewerber haben Anspruch auf Therapie

Dienstag, 17. Juli 2018

/dpa

Darmstadt – Asylbewerber haben Anspruch auf eine kostenintensive medizinische Therapie, wenn diese aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist. Das hat das Hessische Landessozialgericht Darmstadt in einem heute veröffentlichten Beschluss entschieden. Dies gelte zumindest dann, wenn es sich nicht bloß um eine Bagatellerkrankung handele und der Aufenthalt der Person in Deutschland nicht nur kurzzeitig sei.

Das Gericht verpflichtete den Landkreis Fulda per einstweiliger Anordnung dazu, die Kosten für eine antivirale Therapie bei einem an Hepatitis C erkrankten Mann aus Aserbaidschan zu übernehmen. Der Landkreis hatte eine Kostenübernahme für die Behandlung abgelehnt. Bei einem befristet geduldeten Ausländer – wie dies hier der Fall sei – sollten Leistungen bei Krankheit nur auf „niedrigem Niveau“ erbracht werden, argumentierte der Landkreis.

Das Landessozialgericht verwies auf verfassungsrechtliche Gründe. Das Grundgesetz gewähre einen Anspruch auf Sicherstellung eines menschenwürdigen Existenz­minimums. Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gelte dies nicht nur für die ärztliche Behandlung von akuten Erkrankungen. Darüber hinaus könnten Leistungen gewährt werden, wenn sie – wie hier – zur Sicherung der Gesundheit unerlässlich seien.

Ein ärztliches Gutachten hatte ergeben, dass die Heilungschancen bei einer antiviralen Therapie im vorliegenden Fall bei 90 Prozent lägen. Der Beschluss ist nach Angaben des Gerichts unanfechtbar und damit rechtskräftig. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

DöringDöring
am Mittwoch, 18. Juli 2018, 10:51

Asylbewerber haben Anspruch auf Therapie

Wie soll das auf Dauer bezahlt werden?
Practicus
am Dienstag, 17. Juli 2018, 23:36

Schlecht informiert

die Kosten für eine "pangenotypische" HCV-Therapie liegen mittlerweile bei 30.000 € für die 8-wöchige Therapie - ob mit Harvoni oder Maviret. Die Therapie dient hauptsächlich dem Schutz der anderen Menschen - nicht primär der Heilung des Infizierten. Ziel ist letztlich die Ausrottung der Krankheit und damit Sicherheit für zukünftige Generationen.
klausenwächter
am Dienstag, 17. Juli 2018, 22:11

100.000 Euro für die (fast) garantierte Heilung

"Weltweit sind über 100 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert. " " Drei Jahre später, Mitte 2017, verspricht das Pharma-Unternehmen, als nach wie vor wichtigster Anbieter von Hepatitis C-Medikamenten:

"Es gehört eindeutig zu unserem Selbstverständnis, dass der Preis nie ein Hinderungsgrund für den Zugang zu Medikamenten sein darf." "Angesichts der Medikamentenkosten – durchschnittlich 60.000 Euro für eine dreimonatige Behandlung – entbrannte eine Diskussion darüber, wer damit überhaupt behandelt werden kann."

Nachrichten zum Thema

20. August 2018
São Paulo – Nach den gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen aus Venezuela schickt Brasilien 120 Soldaten an die Grenze zum Nachbarland. Die Soldaten sollten heute in der
Brasilien schickt Soldaten und Gesundheitsexperten an Grenze zu Venezuela
20. August 2018
Rom – Italien sieht im Streit um 177 Migranten an Bord eines italienischen Küstenwachenschiffs die EU-Kommission am Zug. Das Außenministerium habe die Kommission offiziell dazu aufgefordert, sich des
Italien fordert von EU Lösung im Streit um gerettete Migranten
17. August 2018
Valletta – Die italienische Küstenwache hat nach Angaben von Innenminister Matteo Salvini gestern Nacht mehr als 170 Migranten aufgegriffen und Malta gebeten, sie aufzunehmen. Der Minister und
Italiens Küstenwache will Malta Flüchtlinge übergeben
15. August 2018
München – Nach der jüngsten Sammelabschiebung nach Afghanistan haben die Flüchtlingsräte von Brandenburg und Bayern kritisiert, dass auch mehrere Schwerkranke zurückgeschickt wurden. Ein junger Mann
Flüchtlingsräte kritisieren Abschiebungen Schwerkranker nach Afghanistan
15. August 2018
Berlin – Die Betreiber des Rettungsschiffs „Aquarius“ wollen allen Schwierigkeiten zum Trotz weiter Migranten aus dem Mittelmeer bergen. Die Geretteten hätten Vergewaltigung, Menschenhandel und
Hilfsorganisationen hinter Rettungsschiff „Aquarius“ wollen weitermachen
15. August 2018
Algeciras – Das Flüchtlingsrettungsschiff „Open Arms“ hat nach einem ersten Verbot und mehrtägiger Ungewissheit den Hafen der südspanischen Stadt Algeciras verlassen dürfen. Das Schiff sei gestern
Rettungsschiff „Open Arms“ darf in Spanien auslaufen
14. August 2018
Valletta – Das seit Tagen auf See ausharrende Rettungsschiff „Aquarius“ mit 141 Migranten an Bord darf auf Malta anlegen. Die Migranten würden auf Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Portugal und

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER