Ärzteschaft
Babybehandlung mit Vaginalsekret: Experten raten, Studien abzuwarten
Mittwoch, 18. Juli 2018
Berlin – Mit Vaginalsekret könnte das Immunsystem von Kaiserschnittkindern aufgepäppelt werden. Ärzte und Hebammen raten allerdings dazu, Studie abzuwarten. Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) gibt es keine Belege für den langfristigen Erfolg. Daher müsse die Methode in klinischen Studien untersucht werden, sagte Frank Louwen von der DGGG. Bis Ergebnisse vorlägen, werde es vier bis sechs Jahre dauern.
Susanne Steppat vom Deutschen Hebammenverband sprach sich für Studien aus, sagte aber auch: „Mit Blick auf das Immunsystem kann es eine kluge Idee sein, die vaginale Geburt nachzuspielen.“ Solange es dem Kind nicht schade, könne man das machen.
Beim Vaginal Seeding wird der Mutter wenige Minuten vor der Geburt eine mit steriler Kochsalzlösung getränkte Mullbinde in die Scheide eingeführt. Mit dem so aufgesaugten Vaginalsekret wird das Baby nach der Geburt eingerieben. Auf diese Weise sollen Kaiserschnittkinder die Keimgrundlage für die eigene Darmflora bekommen, die Babys haben, die auf natürlichem Weg geboren werden. Das soll beim Aufbau des Immunsystems helfen. © dpa/aerzteblatt.de

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