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Politik

Nutzen einer allogenen Stammzell­transplantation bei bestimmten Lymphomen unklar

Mittwoch, 18. Juli 2018

/nobeastsofierce, stockadobecom

Köln – Ob Patienten mit einem aggressiven B-Zell- oder T-Zell-Lymphom von der allogenen Stammzelltransplantation profitieren, ist unklar. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hervor. Demnach bleibt der Nutzen nach wie vor unklar, weil es für die häufig sehr kleinen Patientengruppen keine oder keine verwertbaren Daten gibt.

Laut IQWiG tritt das Non-Hodgkin-Lymphom selten auf und es gibt zahlreiche Untergruppen. Reichen Chemo- und Strahlentherapie nicht aus, kommen eine autologe oder allogene Stammzelltransplantation infrage. In ihrer Untersuchung wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob die allogene Variante Patienten mit einem aggressiven B-Zell- oder T-Zell-Lymphom Vorteile bietet.

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Dafür analysierten sie den Nutzen in einer ganzen Reihe von therapeutischen Situationen. Teils verglichen sie das Verfahren mit der autologen Transplantation, teils mit einer Behandlung, die nicht mehr auf Heilung zielt. Das IQWiG-Team legte seine Recherche sehr breit an, da es vermutete, nur wenige randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zu finden. Für die Patientengruppe, für die alle auf Heilung zielenden Therapien ausgeschöpft waren, schlossen sie sogar Fallserien ein.

Seltene Erkrankung erschwert Analyse

„Allerdings stand fest, dass sich aus solchen Ergebnissen nur dann ein Nutzen ableiten lässt, wenn ‚dramatische Effekte‘ auftreten, die den regelhaft zu beobachtenden Krankheitsverlauf umkehren“, so die Wissenschaftler. Ihre Bewertung wurde zusätzlich durch die Seltenheit der Erkrankung erschwert.

„Selbst wenn man alle Non-Hodgkin-Lymphome gemeinsam betrachtet, so gibt es derzeit pro Jahr in Deutschland nur circa 250 Patienten, die allogen transplantiert werden“, heißt es dazu aus dem Institut. Bei einzelnen dieser extrem seltenen Lymphome hat das IQWiG daher sogar internationale Sammelstatistiken von Einzelfallberichten ausgewertet. Darüber hinaus erhielt das IQWiG auf Anfrage zusätzliche Informationen von deutschen Studiengruppen.

So konnten die Wissenschaftler 34 Studien einbeziehen. Ergebnis: Sofern die Recherche überhaupt verwertbare Daten ergab, zeigten sie beim Gesamtüberleben keinen klaren Vorteil der allogenen Stammzelltransplantation. Studien, die eine Aussage über die Lebensqualität der Betroffenen erlauben würden, fanden die Wissenschaftler keine.

Deshalb urteilten sie, dass der Nutzen der allogenen Stammzelltransplantation unklar ist. Gleichzeitig haben sie auf das Risiko einer Abwehrreaktion der neu gebildeten Immunzellen gegen den Patienten hingewiesen. Sie sehen hier einen Anhaltspunkt für einen Schaden.

Stellungnahmen zu dem jetzt veröffentlichten Vorbericht nimmt das IQWiG noch bis zum 14. August 2018 unter berichte@iqwig.de entgegen. Im Anschluss erstellt das IQWiG den Abschlussbericht. © hil/sb/aerzteblatt.de

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