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Politik

Lauterbach plädiert für Pauschalen bei Facharztkontakten

Mittwoch, 18. Juli 2018

/dpa

Berlin – Um die ärztliche Versorgung zu verbessern, hat Karl Lauterbach, Vize-Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, heute ein dreiteiliges Paket vorgeschlagen. Dabei sollen Fachärzte, die Patienten erstmalig in der Sprechstunde versorgen, künftig eine besser bezahlte Erstkontaktpauschale abrechnen können. Dies gelte vor allem für spezielle Facharztgruppen wie Rheumatologen, Neurologen, Kardiologen und in der Psychotherapie. Diese Pauschale solle mit einem Sonderbudget finanziert werden. Ein generelles Ende von Budgets in der vertragsärztlichen Versorgung lehnt Lauterbach hingegen ab.

Die künftigen Budgets sollen aber nicht zu neuem Zwist in der Diskussion um die Verteilung von hausärztlichen und fachärztlichen Budgets innerhalb der Kassen­ärztlichen Vereinigungen (KVen) führen. Der SPD-Gesundheits­experte kann sich auch vorstellen, dass diese Erstkontaktpauschale an eine Steuerung innerhalb der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) geknüpft werden könnte. „Die HzV darf durch die künftigen Erstkontaktpauschalen nicht ausgehöhlt werden“, sagte Lauterbach vor Journalisten in Berlin.

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SPD hält an Sprechstundenausweitung fest

Als zweiten Teil zur Verbesserung der Versorgungssituation sieht er die Erhöhung der Sprechstundenzeiten von 20 auf 25 Stunden, die bereits im Koalitionsvertrag enthalten sind. Zusammen mit einem deutlichen Ausbau der Terminservicestellen, die die KVen betreiben, „gibt es ein Gesamtpaket, das die Versorgung schnell verbessert“, so Lauterbach.

Dem Vernehmen nach stellt das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium in den kommenden Tagen einen Gesetzentwurf vor, der erste Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag zur Verbesserung der Versorgung umsetzen soll.

Die von Andreas Gassen, dem Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), vorgeschlagene Notfallgebühr lehnt Lauterbach entschieden ab. „Ich nenne dies Strafgebühr für Notfallpatienten, das lehnt die SPD ganz grundsätzlich ab.“ Denn: „Wir können ja politisch nicht die Praxisgebühr abgeschafft haben, nur um sie beim Notfall wiedereinzuführen.“

Allerdings sei die Diskussion um die künftige Organisation der Notfallversorgung sehr wichtig. „Wir können aber keine Umerziehung der Patienten verlangen, wir müssen uns zu den Wünschen der Patienten hin bewegen“, so der SPD-Gesundheitsexperte. Daher sei eine gemeinsame Notfallambulanz zwischen Krankenhausärzten und Ärzten, die beispielsweise bei den Kassenärztlichen Vereinigungen angestellt sind, eine gute Lösung. Die Portalpraxen müssten allerdings bald umgesetzt werden.

Gassen hatte bereits gestern klargestellt, dass es ihm nicht um eine Strafgebühr gehe.  Anliegen sei vielmehr, dass Patienten, die krank seien, schnellstmöglich die richtige Versorgung erhielten. „Wir wollen, dass nur Patienten mit ernsten Erkrankungen, zum Beispiel bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, eine Notfallambulanz der Krankenhäuser aufsuchen“, betonte er. © bee/aerzteblatt.de

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