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Ärzteschaft

Hohe Haftpflichtbeiträge gefährden ambulante und belegärztliche Geburtshilfe

Donnerstag, 19. Juli 2018

/Zsolt Biczó, stockadobecom

Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) befürchtet, dass es auf Dauer in kleineren Krankenhäusern in der Fläche oder auf dem Land keine Geburtshilfe von niedergelassenen Ärzten als Belegärzte mehr geben wird. Verant­wortlich dafür sei der hohe Beitrag für die Haftpflichtversicherung.

„Wenn Ärzte Beiträge von bis zu 70.000 Euro pro Jahr für die Haftpflichtversicherung leisten müssen, müssten sie mehr als 300 Müttern pro Jahr helfen, dass ihre Kinder das Licht der Welt erblicken, nur um daraus die Prämie für die Haftpflichtversicherung zu bezahlen. Das ist grotesk“, sagte KVBW-Vorstandsvorsitzender Norbert Metke.

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So werde es auf Dauer keine ambulante oder belegärztliche Geburtshilfe mehr geben. Die Folgen seien heute bereits deutlich spürbar. „In den letzten Jahren ist die Zahl der Geburtshilfe durch Belegärzte in Baden-Württemberg um etwa ein Drittel zurück­gegangen“, unterstrich Metke.

Der KV-Cheff beklagte, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis immer stärker verrechtlicht werde. „Ärztliche Fehler bei einer Geburt, die zu einer Schädigung des Kindes oder der Mutter führen, sind Gott sei Dank selten“, so Metke. Trotzdem sei das Risiko hoch, weil ein Arzt nach der Geburtshilfe bis zu 30 Jahre in Haftung genommen werden könne.

„Das ist nicht mehr tragbar“, sagte er. Und werde auf Dauer die Versorgung gefährden. „Denn das führt dazu, dass es immer weniger Geburtsstationen überhaupt im Land, insbesondere in der Fläche gibt“, verwies Metke. © hil/sb/aerzteblatt.de

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