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Ärzteschaft

KBV-Vize plädiert für bundesweite telefonische Anlaufstelle für Patienten

Donnerstag, 19. Juli 2018

/dpa

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will die bundesweite Bereit­schaftsdienstnummer 116117 zu einer zentralen Anlaufstelle für Patienten mit akuten Beschwerden ausbauen. Menschen wollten heute rund um die Uhr medizinische Probleme gelöst haben, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzender im Interview mit KV-on, dem digitalen Webkanal der KBV.

„Um eine 24/7-Versorgung tatsächlich überall sicherzustellen, braucht man dringend Personal“, so Hofmeister. Ihm zufolge arbeiten schon heute viele Ärzte an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und die Inanspruchnahme von ärztlichen Leistungen in der Bevölkerung steigt. Zudem könnten Patienten oftmals nicht einschätzen, ob es sich bei ihren Beschwerden um eine akute oder um eine leichte Erkrankung handelt.

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„Deswegen ist unsere wichtigste Aufgabe, diese Ströme zu kanalisieren und zu steuern“, sagte Hofmeister. Ziel müsse es sein, Patienten schon da zu erreichen, wo ihre Probleme beginnen. Wenn Menschen das Gefühl hätten, sie bräuchten medizinische Hilfe, müssten sie jemanden erreichen können – idealerweise erstmal telefonisch. Medizinisch geschultes Personal soll dann die Hilfesuchende in die richtige Versorgungsebene leiten.

Gesetzgeber muss sich bewegen

„Wir haben beim Gesetzgeber angefragt, dass er uns die Möglichkeit gibt, diese Nummer und eine solche Triage tatsächlich 24/7 zu betreiben“, so Hofmeister. Interessanterweise hätten die Kassenärztlichen Vereinigungen zurzeit noch gar nicht die rechtliche Möglichkeit, auch während der Sprechzeiten solche Angebote zu machen.

„Wir erwarten, dass der Gesetzgeber sich da bewegt und würden über die 116117 bundesweit und flächendeckend dann allen Menschen das Angebot machen, sich dort zu informieren und sich sozusagen steuern zu lassen“, so der KBV-Vize. Bis es soweit sei, werde allerdings noch einige Arbeit zu tun sein, alles befinde sich im Aufbau. „Und auch hier gilt wie bei allem anderen: Das Personal hierfür ist ausgesprochen knapp“, sagte Hofmeister. © hil/sb/aerzteblatt.de

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