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Politik

Knappe Budgets für Drogenhilfe kosten Leben

Freitag, 20. Juli 2018

/dpa

Berlin – Anlässlich des internationalen Gedenktages für verstorbene Drogen­konsumenten hat die Deutsche Aidshilfe mehr finanzielle Unterstützung für die Drogenhilfe gefordert. Während die Drogenhilfe in deutschen Städten immer weniger Geld zur Verfügung habe, sei die Zahl der Drogentoten in Deutschland zwischen 2012 und 2017 um gut ein Viertel – um 328 auf 1.272 Menschen – gestiegen.

„Es ist unerträglich, dass Menschen sterben oder sich mit HIV und Hepatitis infizieren, weil Hilfsangebote nicht genügend Ressourcen haben“, kritisierte Björn Beck vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe. Denn der Bedarf an Suchthilfe wachse. Rund eine halbe Million Menschen sucht laut einem Bericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht jährlich Beratung und Unterstützung in ambulanten Einrichtungen.

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Dennoch müssen Drogenhilfeeinrichtungen in den meisten Städten mit sehr niedrigen Budgets auskommen. Die Mittel seien der Deutschen Suchthilfestatistik zufolge seit 2003 faktisch zurückgegangen. Zudem würden die Zuschüsse für die Drogenhilfe in den meisten Kommunen im Jahresrhythmus immer wieder infrage gestellt. „Eine Gesellschaft, die die schädlichen Folgen des Drogenkonsums eindämmen möchte, darf sich nicht auf eine prekäre Finanzierung verlassen“, mahnte Beck eine Stärkung der kommunalen Suchthilfe an.

Dabei braucht es aus Sicht der Aidshilfe „klare Bekenntnisse zu Maßnahmen, die Risiken beim Drogenkonsum minimieren, Drogenkonsumräume in allen Bundesländern sowie eine solide Finanzierung“. Um dem unkontrollierten Konsum von gefährlichen Schwarzmarktdrogen und kriminellen Strukturen das Wasser abzugraben, müsse zudem die Substitutionsbehandlung mit pharmazeutisch erzeugten Opiaten (Diamorphin) ausgeweitet werden. © hil/sb/aerzteblatt.de

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