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Ärzteschaft

Gassen warnt vor Ärztemangel

Montag, 23. Juli 2018

Andreas Gassen /Lopata

Düsseldorf – Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat die Politik angesichts eines dramatischen Ärztemangels zum Gegensteuern aufgerufen. „Derzeit fehlen in Praxen und Krankenhäusern schon insgesamt 10.000 Ärzte in Deutschland. Das entspricht einem kompletten Studienjahrgang“, sagte Gassen der Rheinischen Post. Der Ärztemangel werde bereits in den kommenden zwei bis fünf Jahren spürbar werden.

„Wenn wir da nicht auch mit effizienteren Strukturen gegensteuern, werden wir in fünf bis zehn Jahren eine Versorgung haben, die auch nicht mehr ansatzweise auf dem Niveau von heute liegt“, sagte Gassen. Ein Drittel der Hausärzte sei bereits im rentenfähigen Alter und werde in den nächsten fünf Jahren in den Ruhestand gehen. Bei den Fachärzten ergebe sich diese Entwicklung drei Jahre später.

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Für die Schaffung effizienter Strukturen will Gassen den Notdienst neu organisieren. Immer mehr Patienten gingen in die Krankenhausnotaufnahme, obwohl sie dort eigentlich nicht hingehörten, sagte der KBV-Chef.  Im Extremfall könne dies dazu führen, dass für echte Notfälle keine Kapazitäten vorhanden seien. „Wir wollen unter anderem die Telefonnummer 116117 als zentrale Anlaufstelle für Patienten mit akuten Beschwerden ausbauen.“

Grüne kritisieren fehlende Planung

Die Grünen halten Panikmache für nicht angebracht. In Deutschland arbeiteten derzeit mehr Ärzte als je zuvor und sicherten ein gute Versorgung, sagte Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesund­heits­förder­ung der Grünen im Bundestag. Es fehle allerdings eine weitsichtige Planung für die Zukunft. „Wir brauchen endlich eine bessere Zusammenarbeit von Krankenhäusern und dem niedergelassenen Bereich. Ineffektive Doppelstrukturen, wie in der Notfallversorgung, müssen reformiert werden“, sagte sie.

Zudem müsse die hausärztliche Versorgung gestärkt werden. Es zeichne sich schon jetzt ein Mangel an Haus- und Kinderärzten ab. Schon heute fänden viele Praxisinhaber keinen Nachfolger mehr. Sie forderte attraktivere Arbeitsbedingungen für junge Ärzte, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine besser Vergütung in der Grundversorgung und der sprechenden Medizin. © afp/aerzteblatt.de

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