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Behörden warnen vor Vibrio-Bakterien in der Ostsee

Dienstag, 24. Juli 2018

/dpa

Rostock/Kiel – Gesundheitsbehörden in Mecklenburg-Vorpommern (MV) und Schleswig-Holstein haben gesundheitlich angeschlagene Menschen vor einem Bad in der Ostsee gewarnt. Wegen der hohen Wassertemperaturen von bis zu 22 Grad vermehren sich Vibrionen im Wasser besser. Die Bakterien können für Menschen mit Vorerkrankungen und geschwächtem Immunsystem gefährlich werden, teilten das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock und das Gesundheits­ministerium in Kiel gestern mit.

Auch sehr alte Menschen und Personen, die zum Beispiel eine Lebererkrankung haben oder alkoholabhängig seien, gehörten zur Risikogruppe. Am Wochenende war nach Lagus-Angaben ein 70-Jähriger mit chronischen Vorerkrankungen wegen einer Infektion gestorben. Den Ort wollte das Amt jedoch nicht mitteilen.

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Vibrio vulnificus

Vibrionen sind Bakterien der Gattung Vibrio mit zahlreichen Unterarten. Die bekannteste dürfte der Erreger der Cholera sein. In der Ostsee lebe vor allem das Bakterium Vibrio vulnificus, das durch Wunden in den Körper eindringen und Wundinfektionen und Blutvergiftungen auslösen könne, sagte Sonja Oberbeckmann vom Institut für Ostseeforschung Warnemünde.

Bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad werde das Bakterium deutlich aktiver. Den kalten Winter verbringt es im Sediment oder in Fischen, sagte Oberbeckmann. Grund zur Panik besteht aber keinesfalls: „Wenn man ein gutes Immunsystem hat, ist es völlig ungefährlich“, sagte Oberbeckmann.

Das bestätigt auch Bernd Kreikemeyer, Professor für Bakteriologie an der Universitäts­medizin Rostock. „Das ist kein großes Problem, das wir in der Ostsee haben.“ Infektionen durch Vibrionen beträfen keine gesunden Menschen und seien insgesamt „sehr, sehr selten.“ Neben offenen Wunden als Eintrittspforte müsse auch ein geschwächtes Immunsystem hinzukommen.

Doch wenn sich jemand mit dem Erreger infiziert, ist der Verlauf häufig schwer, erklärte Lagus-Sprecherin Anja Nuetzling. „Die Infektion ist durch einen rasanten Verlauf mit hoher Sterblichkeitsrate gekennzeichnet“, erklärte das Amt. Bei geringsten Anzeichen einer Wundinfektion sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Neutzling zufolge gibt es in MV jedes Jahr Fälle im unteren einstelligen Bereich.

„Die Situation ist wie in den vergangen Jahren“, betonte der Geschäftsführer des mecklenburgischen Tourismusverbandes (TMV), Bernd Fischer. Das Gros der Badenden sei nicht betroffen. Badegästen mit Vorerkrankungen empfiehlt der Verband, sich über die Risiken zu informieren und verweist auf Informationsflyer, die der TMV zusammen mit dem Lagus herausgibt. Sie können auf der Internetseite des Lagus heruntergeladen werden. © dpa/aerzteblatt.de

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