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Guanylatzy­klase-Hemmer könnten Allergien und Asthma abschwächen

Mittwoch, 25. Juli 2018

Pollen in Großaufnahme /fotoliaxrender, stock.adobe.com
/fotoliaxrender, stock.adobe.com

Bochum – Ein bereits bekanntes Enzym, die Guanylatzyklase, könnte einen neuen Angriffspunkt für die Therapie von Allergien und Asthma bieten. Darauf weisen Experimente an Mäusen hin, die in Scientific Reports veröffentlicht wurden (2018; doi: 10.1038/s41598-018-29287-9).

Auf der Suche nach den Ursachen für Allergien und Asthma hat ein Zufallsfund neue Hinweise ergeben: Knock-out-Mäuse, denen eine Isoform des Enzyms Guanylatzyklase fehlt, reagieren weniger stark allergisch auf Hühnereiweiß als Wildtypmäuse. Weitere Untersuchungen der Forscher um Marcus Peters von der Ruhr-Universität Bochum zeigten, dass das Enzym eine Rolle bei der Immunantwort spielt.

„Es gibt bei der Immunreaktion des Körpers verschiedene Typen, die sich durch die dabei ausgeschütteten Botenstoffe unterscheiden“, erklärt Peters. Die Th1-Antwort dient vor allem der Abwehr von Infektionen durch Viren und Bakterien, die Th2-Antwort richtet sich gegen parasitäre Infektionen wie etwa Würmer. Beide Arten der Immunreaktion unterdrücken sich gegenseitig: Wenn die Th1-Antwort stärker ausfällt, schwächt das die Th2-Antwort ab und umgekehrt.

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Die Th2-Antwort ist diejenige, die die starken Symptome bei allergischen Erkran­kungen wie Heuschnupfen und Asthma auslöst. Bei den Knock-out-Mäusen, denen die Guanylatzyklase fehlt, unterdrückte die Th1-Antwort die Th2-Antwort. Daher fielen die allergischen Symptome schwächer aus als bei Wildtyp-Mäusen.

„Es gibt Wirkstoffe, die die Guanylatzyklase unterdrücken“, sagt Marcus Peters, „allerdings sind sie noch nicht im klinischen Einsatz. Es wäre sehr interessant zu untersuchen, ob solche Wirkstoffe auch Auswirkungen auf Allergien und Asthma haben.“

Das Enzym Guanylatzyklase ist an vielen Signalketten in Zellen beteiligt. Es stellt das Signalmolekül cGMP her, das wiederum unterschiedliche Funktionen hat. Beispielsweise stellt es die Gefäße weit. Daher sind Wirkstoffe, die das Enzym stimulieren, unter anderem bei Patienten mit Lungenhochdruck im Einsatz. © gie/EB/aerzteblatt.de

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celmara
am Mittwoch, 8. August 2018, 10:11

natürliche Behandlung von Allergien

Einerseits kann ich es verstehen, wenn weitere Versuche durchgeführt werden, um eine Steigerung und eine Besserung von Medikamenten zu erzielen. Andererseits kann ich einfach nicht verstehen, warum denn niemand natürliche Mittel genauer erforscht. Es ist schon länger bekannt, dass Wachteleier gegen Allergien helfen und die Stoffe wie ein natürliches Antihistamin auf den Körper reagieren. Aber bis dato ist hier die Wissenschaft nicht weiter an diesem Thema interessiert. Ich kenne nur Alleovite Immun als Produkt, dass sich damit auseinandergesetzt hat und dem Verbraucher ein geeignetes Produkt bietet, dass die Symptome der Allergie lindert und abschwächt. Meine Mutter und meine Schwester nehmen beide die Kapseln ein und sind mit diesen wesentlich zufriedener als mit jedem anderen Allergiemittel. Zufall? Ich denke nicht. Das liegt sicherlich an der Natürlichkeit sowie an der Verträglichkeit.

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