NewsVermischtesHitzewelle: Arbeitgeber für Gesundheit der Mitarbeiter verantwortlich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Hitzewelle: Arbeitgeber für Gesundheit der Mitarbeiter verantwortlich

Mittwoch, 25. Juli 2018

/dpa

Erfurt/Stuttgart – Arbeitgeber sind bei der anhaltenden extremen Hitze für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter verantwortlich und müssen entsprechende Maßnahmen ergreifen. Darauf hat gestern das Arbeitsministerium Thüringen hingewiesen. Vor allem bei Arbeiten im Freien müssten die Arbeitgeber für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter aktiv werden. Das Ministerium ist die oberste Arbeitsschutzbehörde im Freistaat.

In den nächsten Tagen würden die Temperaturen auf bis zu 34 Grad ansteigen. Vieler­orts könne es noch wärmer werden, hieß es. Wer im Freien arbeitet, bekomme daher mehr krebserzeugende ultraviolette Strahlung ab als Beschäftigte in geschlossenen Räumen. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sollten immer dann verwendet werden, wenn anderer Schutz nicht möglich sei. Grundsätzlich gilt: Schon bei einem Aufenthalt von wenigen Minuten im Freien ist im Sommer Schutz notwendig.

Anzeige

In Deutschland arbeiten nach Angaben des Ministeriums rund drei Millionen Menschen überwiegend oder zeitweise im Freien und sind damit Hitze, UV-Strahlen und Ozon ausgesetzt. Über die Sommermonate sei die Belastung einzelner Berufsgruppen so verschieden wie ihre Arbeit. Deshalb sei eine „maßgeschneiderte“ Vorbeugung wichtig.

Hitze kann lebensbedrohlich werden

„Temperaturen, die über einen längeren Zeitraum hinweg bei über 30 Grad liegen, können Kreislaufbeschwerden und körperliches Unwohlsein auslösen. Im schlimmsten Fall kann die große Hitze lebensbedrohlich sein“, warnte Baden-Württembergs Ge­sund­heits­mi­nis­ter Manne Lucha (Grüne).

Wie gut Personen die Hitze verkraften, hängt laut Angaben des Gesundheits­minis­teriums stark vom körperlichen Befinden ab. Für gesunde Erwachsene sind bei normaler Lebensführung und ausreichender Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme auch längere Hitzeperioden in der Regel nicht mit gesundheitlichen Gefahren verbunden. Ein erhöhtes Risiko besteht jedoch für Säuglinge und kleine Kinder, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen und vor allem für ältere, pflege­bedürftige Menschen.

Lucha betonte, dass Kinder oder gesundheitlich geschwächte Personen niemals – auch nicht für kurze Zeit – in einem geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden dürfen. Er rief die Bevölkerung außerdem dazu auf, auf die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes zu achten und den Alltag danach auszurichten.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) rief draußen arbeitende Menschen auf, sich gegen die Hitze zu schützen. Neben UV-Schutz sei regelmäßiges Trinken wichtig. „Sonnenmilch und Wasserflasche gehören genauso zum Job wie Mörtel und Maurerkelle“, sagte der Bezirksvorsitzende der IG Bau Stuttgart, Mike Paul.

Wichtig sei es außerdem, möglichst viele Teile des Körpers mit Kleidung zu bedecken. In den Mittagsstunden empfiehlt die IG Bau, alle Arbeiten in den Schatten zu verlegen. „Hilfreich ist die Faustregel: Wenn der eigene Schatten kleiner ist als die Körpergröße, dann ist die Gesundheitsgefahr besonders hoch“, sagte Paul.

Neben Sonnenstrahlen und Schwitzen macht auch die Luft den Arbeitern unter freiem Himmel bei hohen Temperaturen zu schaffen: Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg erwartete gestern, dass die Ozonkonzentration im Südwesten am Nachmittag die Schwelle von 180 Mikrogramm überschreiten wird. Eine zu hohe Konzentration des giftigen, unsichtbaren Gases kann zu Atembeschwerden und Schleimhautreizungen führen.

Der Malteser Hilfsdienst und andere Hilfsorganisationen riefen die Menschen dazu auf, Vorsichtsmaßnahmen gegen die Hitze zu treffen. Es sei unter anderem wichtig, ausreichend zu trinken, körperliche Belastung zu vermeiden, prallen Sonnenschein möglichst zu meiden. Krankenkassen schalteten Telefonhotlines zum Thema Hitze frei. © dpa/afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. Oktober 2018
Brüssel – Rund 20 Millionen Europäer sollen an Arbeitsplätzen in der Chemieindustrie, der Autobranche oder im Bergbau besser vor Krebs geschützt werden. Dafür will die Europäische Union Grenzwerte für
Krebsgefahr: Neue Limits für Chemikalien und Dieselabgase im Job
19. September 2018
Berlin – Im ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle um rund zwei Prozent auf 441.295 gestiegen. Gleichzeitig gab es aber weniger tödliche Arbeitsunfälle. Das geht aus
Im ersten Halbjahr 2018 mehr Arbeitsunfälle und mehr Verdachtsfälle auf eine Berufskrankheit
12. September 2018
Berlin – Um psychischen Erkrankungen, die in der Arbeitswelt zum Ausdruck kommen, entgegenzuwirken, hat die Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsklinik
Psychosomatische Betriebssprechstunde kann Arbeitsunfähigkeitstage reduzieren
6. September 2018
Otago – Auch kurze Pausen können bei sitzender Tätigkeit einige der damit verbundenen negativen Stoffwechselwirkungen reduzieren. Das berichten Wissenschaftler um Travis Saunders von der University of
Bei sitzender Tätigkeit machen schon kurze Bewegungspausen einen Unterschied
6. September 2018
Tokio – In Japan ist erstmals ein Todesfall in Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima bestätigt worden. Ein früherer Mitarbeiter sei beim Einsatz an dem Unglücksreaktor atomarer
Japan bestätigt ersten Todesfall in Zusammenhang mit Fukushima-Katastrophe
24. August 2018
Hamburg/München – Die Computerspielsucht beschäftigt zunehmend auch die Personalabteilungen der Betriebe in Deutschland. Das geht aus einer Onlinebefragung durch die Technische Universität (TU)
Computerspielsucht ist auch Problem in Betrieben
23. August 2018
Hannover – Die Digitalisierung ist in den Unternehmen angekommen und wandelt die Arbeitswelt rapide. Die Beschäftigten spüren den Wandel an ihren Arbeitsplätzen und im Arbeitsalltag. Das berichtet die
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER