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Hochsicherheitslabor in Berlin-Wedding nimmt in Kürze den Betrieb auf

Mittwoch, 25. Juli 2018

In neuen Labor der höchsten Schutzstufe vier am RKI in Berlin können hochansteckende, lebensbedrohliche Krankheitserreger wie Ebola-, Lassa- oder Nipahviren sicher untersucht werden. /RKI

Berlin – Am 31. Juli wird ein neues Labor der höchsten Sicherheitsstufe am Robert-Koch-Institut (RKI) in Betrieb gehen. Damit ist das RKI das einzige Bundesinstitut im humanmedizinischen Bereich mit einem BSL-4-Labor (Biologischer Sicherheitslevel vier). Hier soll unter anderem erforscht werden, wie lange Ebolaviren außerhalb von Wirtszellen vermehrungsfähig bleiben und welche Tiere das Virus in sich tragen. Zudem sollen Patienten des benachbarten Charité-Campus Virchow-Klinikum von dem neuen Labor profitieren.

Ein Teil der Diagnostik hochansteckender, lebensbedrohlicher Krankheitserreger ist nur in S4-Laboren möglich, die der höchsten Sicherheitsstufe nach dem Gentechnikgesetz genügen. Zu den Erregern zählen Ebola-, Nipah-, Marburg-, Lassaviren und auch die in Europa vorkommenden Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Viren.

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Konkret sind Versuche mit einer bestimmten Fledermausart (Mops condylurus) geplant, um herauszufinden, ob die Tiere das Ebolavirus verbreiten können – wie seit dem Ebolafieber-Ausbruch 2014/15 in Westafrika vermutet wird. Im neuen S4-Labor soll aber auch mit (humanisierten) Mäusen, Meerschweinchen und Hamstern gearbeitet werden. Die Räumlichkeiten sind außerdem geeignet für Tierarten, die unter tropischen Bedingungen gehalten werden müssen.

S4-Labore bieten darüber hinaus einen sicheren Forschungraum für neuartige, bislang unbekannte Erreger, wie zum Beispiel das SARS-Virus. Die Forscher am RKI gehen zudem davon aus, dass bestimmte Erreger wie Polio- oder Masernviren mittelfristig hochgestuft werden, um der anvisierten weltweiten Ausrottung einen Schritt näher zu kommen.

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Einzelne Fälle von Erkrankungen mit hochpathogenen Erregern können nach Deutschland importiert werden. Um über Quarantäne- und Behandlungsmöglichkeiten zu entscheiden, muss der jeweilige Erreger schnell diagnostiziert werden. Ein Teil der Diagnostik kann nur in einem S4-Labor erfolgen. Vom Hochsicherheitslabor im RKI werden daher auch die Patienten des benachbarten Charité-Campus Virchow-Klinikum profitieren.

Berliner S4-Labor hat Vorteile gegenüber Marburg und Hamburg

Neben dem ältesten europäischen humanmedidizinischen S4-Labor am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg, von wo auch die Ebolaviren kommen werden, und einem Labor in Marburg ist das RKI-S4-Labor das dritte dieser Art in Deutschland. Ein viertes S4-Labor, das zu Tierseuchen forscht, befindet sich auf der Ostseeinsel Riems

Mit seinen 330 Quadratmetern sei das RKI-S4-Labor nicht nur das größte in Deutschland, sondern könne als einziges auch das ganze Jahr lang 24 Stunden täglich arbeiten, erläuterte RKI-Präsident Lothar H. Wieler. Bis auf den Raum, in dem die hochpathogenen Viren in flüssigem Stickstoff gekühlt und unter Verschluss lagern, sowie den Raum für Versuchstiere ist alles doppelt vorhanden. Wird ein Bereich abgeschaltet, kann im anderen weitergearbeitet werden. „Die Labore in Hamburg und Marburg müssen einmal im Jahr monatelang zur Wartung schließen“, erklärt Wieler.

Das S4-Labor verfügt über eine eigene Luft-, Strom- und Wasserversorgung. So ist es von der Umgebung völlig getrennt und bildet eine eigene aerosol- und luftdichte Einheit. Der ständige Unterdruck im Labor verhindert, dass bei eventuell auftretenden Undichtigkeiten Luft aus dem Labor strömt.

Die Planungen für das Labor begannen 2007. Seit Herbst 2010 entstand mit rund 170 Millionen Euro Bundesmitteln ein rot verklinkerter Neubau neben dem Charité-Campus. Dort befindet sich eine Sonderisolierstation für Patienten mit gefährlichen Viren – die Wege sind also kurz. Exakt in der Mitte des roten Neubaus ragt der hellgraue S4-Labor-Kubus empor. Es ist ein Haus im Haus. 2015 wurde es von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Anschließend durchlief das Labor eine Testphase und einen Probebetrieb, in denen die technischen Systeme überprüft und Arbeitsabläufe, Wartungs- und Notfallprozesse trainiert wurden. Alle erforderlichen Genehmigungen für den Betriebsbeginn am 31. Juli 2018 liegen vor. © gie/dpa/aerzteblatt.de

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