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Politik

Ethikrats­vorsitzender fordert Diskurs zur Fortpflanzungs­medizin

Mittwoch, 25. Juli 2018

/dpa

Köln – Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, plädiert für einen internationalen Diskurs über die Fortpflanzungsmedizin. In dem Bereich habe sich seit dem ersten „Retortenbaby“ vor 40 Jahren eine „ungeheuere Dynamik“ aufgetan, sagte der Erlanger Theologe heute dem Kölner Internetportal domradio.de. Notwendig sei eine Verständigung über die Grenzen. „Da müssen noch viele Hausaufgaben auf internationaler Ebene getätigt werden.“

Nach den Worten von Dabrock gibt die Reproduktionsmedizin Menschen, die viele Jahre lang ihren Kinderwunsch nicht realisieren konnten, Hoffnung auf ein gutes Leben in der Familie. Diese Hoffnung könne aber in eine „Überhoffnung“ und eine Manie münden. „Das ist natürlich eine Gefahr“, so der evangelische Theologe. Wo Menschen sich geradezu zwanghaft etwas wünschten, würden auch oft bestimmte Industrien tätig.

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Die Entwicklung der Fortpflanzungsindustrie wirft laut Dabrock die Frage auf, wie die Gesellschaft Fortpflanzung verstehen will. „Wer soll, wer darf sich verantwortungsvoll fortpflanzen? Da gibt es sicher viele Möglichkeiten, die uns gezeigt haben, dass wir neu nachdenken müssen“, so der Ethiker.

Er verwies auf die Debatten über das Familienideal. „Was ist Familie? Kommt es auf den Trauschein an? Oder kommt es vor allem darauf an, dass Menschen lange und verbindlich bereit sind, ihre Treue in guten und schweren Tagen dies- und jenseits von Formularen einander zu versprechen?“ Hinzu komme die Frage, wie das Verhältnis von Fortpflanzung und Familie ist.

Eine Grenze sieht der Ethikratsvorsitzende darin, wenn Frauen in Drittländern als Leihmütter eingesetzt werden und keine Beziehung mehr zu dem von ihnen ausge­tragenen Kind haben dürfen. Das seien komplizierte Arrangements. Zwar sei in Deutschland Leihmutterschaft verboten. „Aber wir wissen, wie schwierig das auf internationaler Ebene einzuhalten ist“, so Dabrock. Immer müsse es um das Kindeswohl gehen, worüber international gesprochen werden müsse. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #770805
Ella30
am Donnerstag, 16. Mai 2019, 14:14

Leihmutterschaft_Ukraine

HansderErste du hast rechtI! Meine Meinung nach nur die Frauen das Recht haben, die aus medizinischen Gründen nicht ein Kind empfangen oder austragen können, zum Beispiel aufgrund einer Fehlfunktion ihrer Gebärmutter oder deren Fehlen, auf eine Leihmutter in Ländern, wo diese rechtlich zulässig ist, zurückzugreifen.
In der Ukraine ist solche Prozedur durch das Gesetz erlaubt. Meine Mitarbeiterin hat mir über Biotexcom Klinik erzählt. Diese Klinik befindet sich in Kiew, wo die Fortpflanzungsmedizin in der letzten Zeit auf hoher Ebene ist. Ich bin überzeugt, dass es notwendig ist, alle Zweifel auszuräumen und Risiken einzugehen. Darüber hinaus gibt es natürlich eine Menge sehr positiven Bewertungen zu dieser Klinik im Web.
Avatar #753073
HansderErste
am Dienstag, 25. September 2018, 23:05

Leihmutterschaft

Natürlich muss eine Grenze sein. Aber jetzt gibt es keine andere Lösung der Unfruchtbarkeit. Alle sehen eine Familie, die nicht nur aus Mann und Frau besteht, sondern auch aus Kindern. Vor allem betrifft das die Frauen. Sie haben einen Mutterinstinkt. Und die Männer möchten ein leibliches Kind haben. Darum rettet in solchen Fällen eine Leihmutterschaft. Wenn es keine andere Option für kinderlose Paare im Lande gibt, suchen sie eine Hilfe in anderen Ländern. Das sind ihre Entscheidung und ihr Recht. Meine nahe Freundin hatte nur eine Möglichkeit ihr Baby zu haben. Das war die Leihmutterschaft. Sie wählten eine populäre ukrainische Klinik und hatten Glück. Dank einer Leihmutter haben sie ihr leibliches Kind. Und jetzt wollen sie das zweite Kind, einen Bruder oder Schwester für ihr Baby haben. Sie wollen ein Zweites Kind-Standart Programm in Anspruch nehmen. So viel ich weiß, hatte eine Wunschmutter ein Buch "Die Wunschkinder. Wenn die Verzweiflung keine Grenzen kennt. Unsere Kinder aus dem Bauch einer Leihmutter" über diese Klinik geschrieben.
Avatar #751303
afinabella
am Samstag, 18. August 2018, 15:46

Leihmutterschaft

Nachdem ich erfahren hatte, dass meine Freundin keine Kinder bekommen kann, habe ich begonnen mich über die Leihmutterschaft informieren. Ich wollte meiner Freundin helfen. Die Leihmutterschaft ist in Deutschland illegal. Aber ich bin auf eine gute Agentur in der Ukraine https://vittoriavita.com/de/ gestoßen. Meine Freundin hat diese Klinik schon kontaktiert.
Avatar #746944
Nowitski89
am Montag, 30. Juli 2018, 18:23

Leihmutterschaft in der BRD

Meiner Meinung nach, soll Leihmutterschaft in der BRD nicht verboten bleiben. Leihmutter hat keine Verbindung mit dem von ihr ausgetragenen Kind. Sie trägt einfach ein fremdes Kind für ein fremdes Paar aus. Die Eizellen werden immer von der Wunschmutter oder einer Spenderin entnommen. Und dann werden sie befruchtet. Sehen Sie? Es gibt keine genetische Verbindung! Deshalb hat Leihmutter keine Elternrechte. So hat das Wunschkind kein Problem mit Identität. Das hat nur eine Mutter und das war’s. Ich finde diese Behandlungsmethode nicht so schlimm. Mehr als zehn Tausend Deutsche leiden heute unter Unfruchtbarkeit. Sie sind gezwungen, in der Ukraine und Russland Hilfe zu suchen. Warum denn? Sie sind die deutschen Staatsbürger und haben ihre Rechte. Warum haben sie kein Recht in ihrem Vaterland reproduktionsmedizinisch zu behandeln? Solange diese Methode verboten ist, fahren unfruchtbare deutsche Paare weiter ins Ausland.
LNS

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