NewsÄrzteschaftIntelligente Leitstelle soll ambulante Notfallversorgung in Berlin steuern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Intelligente Leitstelle soll ambulante Notfallversorgung in Berlin steuern

Donnerstag, 26. Juli 2018

/dpa

Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin will die ambulante Notfall­versorgung in der Hauptstadt verbessern. Dreh- und Angelpunkt soll dabei auch künftig die bundesweite Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 bleiben. „Mithilfe dieser Nummer wollen wir die Patienten dabei unterstützen, sich im Dschungel der medizinischen Notfallangebote zurechtzufinden, und Fehlinanspruch­nahmen verhindern“, erläuterte Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorsitzender der KV Berlin.

Schon jetzt bilde die Telefonnummer eine unverzichtbare Säule der Berliner Patientenversorgung. So stünden für dringende medizinische Fälle darunter rund um die Uhr eine Leitstelle inklusive telefonischer Beratung sowie ein fahrender Notdienst zur Verfügung. Zwei KV-eigene Notdienstpraxen, vier Kinder- und jugendärztliche Notdienstpraxen sowie elf Kooperationskrankenhäuser mit Portalpraxen ergänzten das Angebot.

Anzeige

Künftig soll dies weiter ausgebaut und der Versorgungsweg der unterschiedlichen Patienten im Idealfall schon am Telefon festgelegt werden, noch bevor der Patient seine Wohnung verlässt. Um dies zu ermöglichen, will die KV Berlin eine intelligente Leitstelle implementieren sowie die Kompetenzen des nichtärztlichen Personals und der beratenden Fachärzte weiter stärken. Ziel ist es, dass diese dem Patienten schon beim ersten Anruf helfen, seine Situation richtig einzuschätzen und erforderliche Schritte einzuleiten.

Damit das gelingt, müsse die Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes jedoch deutlicher kommuniziert werden, forderte in diesem Zusammenhang die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD). „Etwa die Hälfte der Patienten, die Berliner Notaufnahmen aufsuchen, wissen nicht, dass es einen Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung gibt“, sagte sie. Um das zu ändern, arbeitet die Kassenärztliche Bundes­vereinigung (KBV) gemeinsam mit den KVen an einer bundesweiten Öffentlichkeitskampagne für die 116117.

Die vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) vorgelegten Pläne, unter der 116117 einen gemeinsamen 24-Stunden-Betrieb für Notfallversorgung und Terminservicestelle zu installieren, kommen bei den Berliner Ärzten allerdings nicht gut an. „Aus unserer Sicht ist eine Verquickung nicht sinnvoll. Das qualifizierte Personal in der Leitstelle ist für akut erkrankte Patienten da. Eine Differenzierung von Notfallversorgung und Terminservicestelle sollte erhalten bleiben“, forderte deshalb KV-Chefin Margret Stennes. © may/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. September 2018
Frankfurt am Main – Das im Oktober letzten Jahres gestartete Modellprojekt der koordinierten Inanspruchnahme stationärer und ambulanter Notfallbehandlung am Klinikum Frankfurt-Höchst hat sich aus
Das Triagemodell der Klinik Frankfurt-Höchst bringt deutliche Entlastung
19. September 2018
Berlin – Die Aufsichtsbehörde für die Berliner Pflegeeinrichtungen hat im vergangenen Jahr häufiger als früher unangemeldet die Zustände in Heimen geprüft. Zwar sei die Gesamtzahl der Prüfungen leicht
Mehr unangemeldete Kontrollen in Berliner Pflegeheimen
30. August 2018
Berlin – Auch das Land Berlin nutzt seit diesem Jahr den webbasierten Interdisziplinären Versorgungsnachweis (Ivena), mit dem Rettungsdienst und Krankenhäuser digital miteinander vernetzt werden. Das
Berlin übernimmt Notfallplattform Ivena
17. August 2018
Bochum – Die Jungen Liberalen (JuLi) setzen sich für eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes ein, sodass die Möglichkeit einer Notfall-SMS für Menschen mit eingeschränkter Sprechfähigkeit
Junge Liberale wollen Notruf per SMS für Menschen mit Sprachbehinderung
10. August 2018
Weimar – Thüringen will die Zahl seiner Rettungsleitstellen deutlich reduzieren. Ein gestern in Weimar vorgestelltes Gutachten im Auftrag des Innenministerium empfiehlt, statt der bisherigen 13 nur
Rettungsleitstellen in Thüringen sollen reduziert werden
7. August 2018
Berlin – Forderungen für eine sinnvolle Digitalisierung der Notfallmedizin in Deutschland haben die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche
Fachgesellschaften legen Fünf-Punkte-Plan für Digitalisierung der Notfallversorgung vor
6. August 2018
Hamburg – Der neue Notfalldienst Arztruf Hamburg 116117 ist in Hamburg im Juni und Juli etwas weniger genutzt worden als beim Start im Mai. Doch das sei normal während des Sommers, erklärte Jochen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER