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Medizin

Studie: E-Biker als Pendler körperlich (fast) fitter als Radfahrer

Freitag, 27. Juli 2018

/dpa

Basel – E-Bikes sind möglicherweise gesünder als ihr Ruf. Die als Mogelfahrrad verschrienen Pedelecs motivierten übergewichtige Pendler in einer kleinen randomisierten Studie im Clinical Journal of Sport Medicine (2018; 28: 255–265) zum intensiveren Einsatz als die Radler in einer Vergleichsgruppe. Dies wurde bereits nach 4 Wochen mit einer tendenziell besseren Lungenfunktion belohnt.

Die Aktion „Bike to Work“ versucht in der Schweiz, Berufspendler zum Umstieg auf das Fahrrad zu motivieren, wobei in der gebirgigen Schweiz von Anfang an auch die Option E-Bike erlaubt war. Die Aktion kommt bei den Schweizern gut an. In diesem Jahr sollen schon knapp 65.000 Radfahrer teilgenommen haben.

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Ein Team um Arno Schmidt-Trucksäss von der Universität Basel hat im Rahmen der Aktion an einer kleinen Pilotstudie untersucht, wie sich Fahrrad und E-Bike auf die Fitness auswirken. Für die Studie wurden 30 Teilnehmer rekrutiert, die als übergewichtig (Body-Mass-Index von 28 bis 29) und untrainiert eingestuft wurden.

Die Fitness wurde vor Beginn der Studie und nach 4 Wochen durch einen Lungen­funktionstest bestimmt. Maßgebliches Kriterium für die Bewertung der Ausdauer war die Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2), also die Menge des Sauerstoffs, den der Körper innerhalb einer bestimmten Zeit aufnehmen und verwerten kann.

Die Teilnehmer wurden gebeten, an mindestens 3 Tagen in der Woche eine Wegstrecke von mindestens 6 Kilometern zurückzulegen, es durfte aber auch mehr sein. Während die eine Hälfte mit dem Velo unterwegs war, trainierte die andere Hälfte mit dem E-Bike. Es gab keinerlei Vorgaben im Hinblick auf die Geschwindigkeit und die Intensität des Trainings.

Bei der Abschlussuntersuchung nach einem Monat stellte Schmidt-Trucksäss fest, dass die Radfahrer ihre VO2 um 2,2 ml/kg/min verbessert hatten. Bei den E-Bikern waren es 3,6 ml/kg/min, also um 1,4 ml/kg/min mehr. Die Differenz war zwar mit einem 95-%-Konfidenzintervall von minus 1,4 bis 4,1 statistisch nicht signifikant. Dennoch stellt sich die Frage, warum die E-Biker am Ende die tendenziell bessere Ausdauer hatten.

Die Antwort besteht darin, dass die E-Biker sich keineswegs nur von dem Elektromotor bewegen ließen, sondern mit strampelten. Laut Schmidt-Trucksäss waren sie nicht nur mit höherer Geschwindigkeit unterwegs. Sie absolvierten auch mehr Höhenmeter, was für ein Training besonders wichtig ist.

Die Einschätzung des Sportmediziners Schmidt-Trucksäss zum E-Bike fällt deshalb positiv aus. Wer regelmässig mit dem E-Bike trainiere, profitiere dauerhaft, und zwar nicht nur im Hinblick auf die Fitness, sondern wahrscheinlich auch auf andere Faktoren wie Blutdruck, Fettstoffwechsel und Psyche. Im Gesamtergebnis liefere die Studie einen wichtigen Hinweis zum Präventions­potenzial von E-Bikes. © rme/aerzteblatt.de

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