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DLRG meldet mehr Badetote

Freitag, 27. Juli 2018

/dpa

Scharbeutz – Der frühe Sommer hat in Deutschland zu einem Anstieg der tödlichen Badeunfälle geführt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind 279 Menschen ertrunken, 37 mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Deutsche Lebens-Rettungs­gesellschaft (DLRG) heute in Scharbeutz mitteilte.

Die meisten Menschen seien an ungesicherten Badestellen im Binnenland ertrunken, erläuterte Pressesprecher Achim Wiese. Wie im Vorjahr ertranken auch 2018 die meisten Menschen, nämlich 45, in Bayern. In den ersten sieben Monaten 2017 kamen dort 49 Menschen beim Baden ums Leben.

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Eltern und Mobiltelefone bereiten Sorgen

An den Küsten Schleswig-Holsteins ertranken dagegen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres nur vier Menschen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es elf. „Das spiegelt die gute Leistung des Zentralen Wasserrettungsdienstes Küste wider“, sagte Wiese. In Mecklenburg-Vorpommern kamen in diesem Jahr bislang 16 Menschen beim Baden ums Leben, im Vergleichszeitraum 2017 waren es 14. An den Küsten von Nord- und Ostsee sind nach Angaben Wieses während der Saison von Mai bis September rund 500 ehrenamtliche Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland im Einsatz.

Als Hauptgrund für die bundesweit gestiegene Zahl der Badetoten nannte die DLRG den frühen Sommerbeginn. „Hatten wir 2017 durch den eigentlich nicht vorhandenen Sommer vergleichsweise geringe Ertrinkungszahlen, hatten wir in diesem Jahr schon im sehr warmen April 37 Badetote, zwölf mehr als im April 2017. Im Mai waren es mit 51 zehn Fälle mehr als im Vorjahresmonat“, sagte Wiese.

Unfallursache war laut DLRG in den meisten Fällen Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung. „Doch auch Eltern, die sich in Wassernähe mehr mit ihrem Handy beschäftigen als auf ihre Kinder zu achten, bereiteten uns Sorge“, sagte er.

Da sich bundesweit fast 90 Prozent aller tödlichen Badeunfälle an unbewachten Badestellen ereignen, sieht die DLRG auch Länder, Kommunen und Badbetreiber in der Pflicht, mehr für die Sicherheit der Badenden zu tun. „Ein Badeverbotsschild aufzustellen, reicht nicht aus. Das wird im Zweifel ignoriert“, sagte Wiese.

Zunehmend setzen die Rettungsschwimmer der DLRG bei der Suche nach Vermissten auf Drohnen ein. „Die Drohnen helfen uns, vermisste unter Wasser aufzuspüren. Aber das wichtigsten Rettungsmittel ist und bleibt für uns der Rettungsschwimmer“, betonte der Bundesbeauftragte der DLRG für den Drohneneinsatz, Alexander Kille. © dpa/aerzteblatt.de

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