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Politik

Grüne mahnen Konsequenzen im Kampf gegen den Klimawandel an

Montag, 30. Juli 2018

/dpa

Köln – Angesichts der Hitzewelle in Europa hat Grünen-Chefin Annalena Baerbock konkrete Schritte im Kampf gegen den Klimawandel angemahnt – sonst drohten horrende Kosten und Gefahren für die Gesundheit. „Die Vorboten der Klimakrise sind angekommen“, schrieb Baerbock in einem Gastbeitrag für die Onlineausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers.

Notwendig sei ein „neuer Klimarealismus“, forderte die Grünen-Chefin. „Wenn wir jetzt nicht anfangen, massiv CO2 zu reduzieren, und uns zugleich auf die bereits erfolgten Auswirkungen der Erderwärmung einstellen und vorbeugen, dann sind wir in ein paar Jahren gezwungen, disruptive Schritte zu gehen – mit massiven gesamtgesell­schaft­lichen Kosten“, warnte Baerbock. Bisherige Schätzungen gingen bereits von Klima­schäden im Volumen von 800 Milliarden Euro in Deutschland bis 2050 aus. „Je später wir handeln, desto teurer wird's“, schrieb die Grünen-Vorsitzende.

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Klimaschutzgesetz notwendig

Baerbock forderte „ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz, einen CO2-Preis, den Abschied vom fossilen Verbrennungsmotor und die verordnete Abschaltung von alten Kohleblöcken“. Sie sprach sich zudem für einen Klimaanpassungsfonds aus, der eine Entschädigungskomponente für diejenigen enthalte, die von extremen Ereignissen besonders hart betroffen seien. Gespeist werden solle dieser unter anderem „aus einer vernünftigen CO2-Bepreisung im Sinne des Verursacherprinzips“.

Neben Maßnahmen, um die Erwärmung zumindest zu bremsen, drängte Baerbock auch auf eine stärkere Anpassung an deren Folgen. Dies sei mehr als Deiche bauen. Zur Bekämpfung von Waldbränden wie gerade erst in Brandenburg sei die Beschaffung von Löschflugzeugen erforderlich, von denen es bisher in Deutschland kein einziges gebe, zudem mehr Prävention durch Schutzstreifen und einen nachhaltigen Umbau von Wäldern. Für den Hochwasserschutz müssten Flussauen renaturiert werden.

Städte müssten mit Begrünung und Schattenflächen so gestaltet werden, dass es dort in heißen Sommern kühler sei als derzeit, „ohne ständig Klimaanlagen laufen zu lassen“, verlangte Baerbock weiter. Andernfalls drohten für die Bewohner von Großstädten massive gesundheitliche Belastungen.

„Wir erleben immer mehr Hitzetage mit 30 Grad oder mehr“, sagte der Klimaexperte Mojib Latif vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. „Das ist ein offen­sichtlicher Trend.“ Auch er warf in der Passauer Neuen Presse der Bundesregierung Versäumnisse beim Klimaschutz vor: „Wir brauchen dringend eine Mobilitätswende“, forderte der Wissenschaftler, der CO2-Ausstoß müsse sinken. Latif warnte davor, weiterhin „kurzfristige wirtschaftliche Interessen“ über die „langfristigen Interessen der Umwelt“ zu stellen.

Auf eine konsequente Energiewende, besonders die Abschaltung von Kohlekraft­werken, drängte der Umweltverband WWF. „Deutschland verbrennt so viel Braunkohle wie kein anderes Land der Welt. Das ist ein klimapolitisches Desaster“, erklärte der WWF-Experte Jörg-Andreas Krüger heute in Berlin. Bis spätestens 2035 müsse der Kohleausstieg abgeschlossen sein. © afp/aerzteblatt.de

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