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Kürzung von Hilfsgeldern: Palästinenser­hilfswerk streicht Stellen

Dienstag, 31. Juli 2018

Palästinenser erhalten an einem Verteilungszentrum des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA) Säcke mit Essensspenden und Hilfsgütern. /dpa

Gaza – Nach Kürzungen der UN-Hilfsgelder muss das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) im Gazastreifen Stellen streichen. UNRWA habe in dem Küstenstreifen 13.000 Mitarbeiter, sagte Direktor Matthias Schmale. 1.000 der Mitarbeiter seien für humanitäre Hilfe zuständig.

„30 Prozent dieser 1.000 Mitarbeiter behalten ihre Arbeit, 60 Prozent müssen wir auf Teilzeit umstellen und zehn Prozent verlieren ihre Arbeit ab 1. September“, erklärte er. Schmale betonte, man müsse zurückschrauben, um die Nahrungsmittelhilfe zu gewährleisten. Die Gewerkschaft habe nun angedroht, „dass alle tausend Leute in den Hungerstreik treten“.

US-Präsident Donald Trump hatte zu Jahresbeginn US-Hilfen für die Palästinenser auf Eis gelegt, solange diese nicht zu Friedensverhandlungen mit Israel bereit sind. Die Palästinenserbehörde sieht die USA wegen der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem nicht mehr als unabhängigen Vermittler.

Die USA hätten im vergangenen Jahr für humanitäre Hilfe und Hilfsprojekte insgesamt 365 Millionen Dollar (312 Millionen Euro) gegeben, erklärte Schmale. In diesem Jahr seien es bisher nur 60 Millionen Dollar (51 Millionen Euro) gewesen. „Wir haben letztes Jahr 110 Millionen Dollar (94 Millionen Euro) allein für humanitäre Hilfe ausgegeben, davon kamen 90 Millionen (77 Millionen Euro) von den Amerikanern“, sagte Schmale. „Wir hatten den Eindruck, dass wir uns 2018 auf eine ähnliche Summe verlassen können.“ Doch dieses Geld sei nun „weggebrochen“.

UNRWA unterstütze im Gazastreifen rund eine Million Menschen mit Nahrungsmitteln, betreibe 275 Schulen und 22 Gesundheitszentren. Rund 270.000 Kinder besuchten UN-Schulen. Schmale kritisiert, „dass die Amerikaner zum ersten Mal humanitäre Hilfe an politische Fortschritte knüpfen“. Die sei aus seiner Sicht „fundamental falsch“. In der gegenwärtigen Situation bestehe auch die Sorge, dass das Schuljahr im Gazastreifen nicht planmäßig am 29. August beginnen könne. „Wir wollen die internationale Staatengemeinschaft warnen, dass unsere Finanzierungsloch sehr groß ist.“

© dpa/aerzteblatt.de

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