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Institut für Stammzellforschung in der Psychiatrie nimmt Arbeit auf

Dienstag, 31. Juli 2018

/fotomek, stockadobecom

Mannheim – Am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim hat das Hector Institute for Translational Brain Research (HITBR) seine Arbeit aufgenommen. Wissenschaftler wollen dort über die Erforschung der Nervenzellen von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen oder Hirntumoren neue therapeutische Angriffspunkte identifizieren.

„Psychische Erkrankungen zählen zu den am meisten verbreiteten und am schwersten zu behandelnden Krankheiten, die nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für Familie und Freunde Leid mit sich bringen. Für die Entwicklung neuer Therapien ist es deshalb unverzichtbar, interdisziplinär zu arbeiten und Expertise zu bündeln. Das HITBR ist ein hervorragendes Beispiel für eine solche interdisziplinäre Vernetzung – hier entstehen technologische Synergien in der medizinischen Forschung in wichtigen Bereichen wie der Psychiatrie und der Onkologie“, sagte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne).

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„Durch die neuen Verfahren der Stammzellforschung ist es uns nun erstmals möglich, Erkrankungen des menschlichen Gehirns direkt an den Zellen zu untersuchen, die auch im Patienten betroffen sind“, sagte Philipp Koch, Leiter des HITBR und Inhaber der Professur für Stammzellforschung in der Psychiatrie. Dies soll es ermöglichen, krankheitsspezifische Signalwege zu identifizieren und Medikamente direkt an diesen Zellen zu testen.

Seit einiger Zeit ist es möglich, aus menschlichen Blut-, Haut- oder Haarproben durch Reprogrammierung Stammzellen zu gewinnen. Aus diesen wiederum können Nervenzellen entwickelt werden. Auf diesem Weg lassen die Forscher des HITBR gezielt Nervenzellen von Patienten mit psychischen Erkrankungen in der Petrischale zu Netzwerken und dreidimensionalen Minigehirnen (Organoiden) heranwachsen.

Das neue Institut ist eine gemeinschaftliche Forschungseinrichtung des ZI, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Hector Stiftung II. Letztere fördert das neue Institut mit 7,5 Millionen Euro. Andreas Meyer-Lindenberg, Vorstands­vorsitzender des ZI und Geschäftsführer des HITBR, dankt dem Stifter Hans-Werner Hector: „Ihre Bereitschaft, unserer wissenschaftlichen Vision zu folgen, hat es uns ermöglicht, in kurzer Zeit unbürokratisch völlig neue Wege in der psychiatrischen Forschung zu gehen“, sagte er. © hil/aerzteblatt.de

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