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Geriater lehnen pflegerisches Basis-Assessment im Krankenhaus ab

Dienstag, 31. Juli 2018

/contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) lehnt eine flächendeckende Einführung des „pflegerischen Basis-Assessment“ (BAss) ab. Entwickelt hat dieses Instrument die Gesellschaft „Profession Pflege“ – sie propagiert auch die flächen­deckende Einführung des Instrumentes in deutschen Krankenhäusern.

Nach Angaben der BAss-Autoren ist es das Ziel, neben bereits in der Geriatrie und der Palliativmedizin bestehender Assessmentinstrumente einheitliche Standards für die Krankenhauspflege einzuführen und Doppeldokumentationen sowie die Erhebung von ähnlichen Daten in verschiedenen Assessments und Aufnahmebögen abzulösen. Dazu soll BAss wissenschaftlich validierte Instrumente wie den Barthel-Index, den erweiterten Barthel-Index, die Braden-Skala und andere ersetzen.

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Sechs Bereiche für die Bewertung

BAss ist eine Fremdbewertungsskala in sechs Bereichen: Mobilität, Selbstversorgung, Kognition-Wahrnehmung-Kommunikation, Verhalten, Risiken-Prävention, Zustände mit Überwachungsbedarf. Deren standardisierte Erfassung, Einschätzung und Bewertung soll die Pflegedokumentation einfacher gestalten.

Die DGG warnt jetzt aber davor, BAss flächendeckend einzuführen. „Eine wissen­schaftliche Validierung ist nicht erfolgt. Darüber hinaus bleiben die Antragsteller eine fachlich-inhaltliche Begründung für die Auswahl der Instrumente schuldig“, kritisiert die Fachgesellschaft.

Auch für die Festsetzung von Personaluntergrenzen ist Bass laut DGG ungeeignet. „Assessmentinstrumente dienen der Beurteilung von Patienteneigenschaften und der interdisziplinären Therapieplanung. Sie sind nicht darauf ausgerichtet, eine Bewertung des Personalaufwands zu liefern“, erläuterte die Fachgesellschaft. Eine Festsetzung von Personaluntergrenzen anhand des BAss sei schon deshalb nicht möglich, da dieses nur einen Teilbereich des pflegerischen Handelns im Krankenhaus abbilden könne. Insbe­sondere die Behandlungspflege, die in der Frührehabilitation eine zentrale Rolle spiele, werde nicht erfasst.

„Zusammenfassend ist festzustellen, dass mit dem BAss-Konstrukt lediglich ein Doku­mentationsinstrument für die Zusammenführung verschiedener Instrumente entwickelt wurde. Es handelt sich nicht um ein valides Assessmentinstrument. Die von der Fach­gesellschaft Profession Pflege postulierten Ziele sind aus Sicht der DGG nicht erreichbar und somit eine flächendeckende Einführung nicht sinnvoll“, so das Fazit der geriatrischen Fachgesellschaft.

© hil/aerzteblatt.de

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