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Verbundprojekt will neue Wirkstoffe gegen resistente Bakterien entwickeln

Mittwoch, 1. August 2018

/dpa

Halle-Wittenberg – Ein neuer Forschungsverbund aus Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universität Greifswald und Universität Würzburg entwickelt neue Wirkstoffe gegen resistente Bakterien. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben bis Ende 2019 mit rund einer Million Euro.

Die beteiligten Wissenschaftler wollen sich auf ein spezielles Enzym in Bakterien konzentrieren, die Pyruvatkinase. Das Enzym ist für den Stoffwechsel von zentraler Bedeutung. Die Idee der Forscher: Lässt sich dieses Enzym ausschalten, behindert das den Stoffwechsel der Bakterien – und macht sie letztlich unschädlich.

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„Bisher gibt es keine Antibiotika, die direkt auf die Pyruvatkinase abzielen. Das macht sie für die Erforschung und Erprobung neuer Wirkstoffe interessant, denn somit können auch bestehende Antibiotikaresistenzen gebrochen werden“, erläuterte Andreas Hilgeroth vom Institut für Pharmazie der Universität Halle-Wittenberg. Dafür erforschen sie die Struktur der Pyruvatkinase und suchen nach besonders markanten Strukturabschnitten, die es weder in anderen Bakterien noch im menschlichen Körper noch einmal gibt. Für diese Struktur wollen sie anschließend Substanzen entwickeln, die dort andocken.

An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg überprüfen Infektionsbiologen um Knut Ohlsen die neuen Substanzen dann auf ihre antimikrobiellen und toxischen Eigenschaften. Speziell geht es hier darum, die Substanzen auf unerwünschte Nebenwirkungen überprüfen. Die Wirksamkeit der neuen potenziellen Wirkstoffe und die Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Bakterien werden an der Universität Greifswald erforscht.

Am Ende stehen im Idealfall mehrere Kandidaten für neue Wirkstoffe gegen bakterielle Erreger, wie Staphylokokken oder MRSA-Keime. „Unser Ziel ist es, eine neue Zielstruktur für den Kampf gegen resistente bakterielle Erreger zu etablieren“, fasst Hilgeroth zusammen. © hil/aerzteblatt.de

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