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Medizin

Astro-CHARM: Wie die NASA das Herz-Kreis­lauf-Risiko von Astronauten bestimmt

Donnerstag, 2. August 2018

/dpa

Dallas/Texas – Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA, die ihre Astronauten vor jedem Flug auf Herz und Nieren prüfen lasst, hat zusammen mit Kardiologen einen neuen Risikokalkulator entwickelt, der erstmals den Koronarkalk berücksichtigt. Er erzielt laut einer Studie in Circulation (2018; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.033505) auch bei jüngeren Menschen eine verbesserte Risikovorhersage.

Die Koronarverkalkung, die mit einem Computertomografen gemessen werden kann, wird heute als wichtiger unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor betrachtet. Die NASA hat ihn deshalb in den Astro-CHARM (für „Astronaut Cardiovascular Health and Risk Modification“) integriert, mit dem die Raumfahrtbehörde das Herz-Kreislauf-Risiko der Astronauten bestimmt.

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Der Kalkulator, der im Internet frei verfügbar ist, berücksichtigt neben dem Koronarkalk (in Agatston-Einheiten) die konventionellen Risikofaktoren Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit, Gesamt- und HDL-Cholesterin, systolischer Blutdruck sowie anam­nestische Angaben zur Hypertoniebehandlung, Diabetes, Rauchen und die Familien­anamnese zu Herzinfarkten. Fakultativ kann auch ein CRP-Wert eingegeben werden.

Der Kardiologe Amit Khera vom Southwestern Medical Center in Dallas hat die prognostische Genauigkeit des Astro-CHARM an den Daten der „Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis“, der „Dallas Heart Study“ und des „Prospective Army Coronary Calcium Project“ überprüft. Von den 7.382 Teilnehmern im mittleren Alter von 51 Jahren (davon 45 % Frauen und 55 % Nichtweiße) haben 304 innerhalb von 10,9 Jahren ein atherosklerotisches kardiovaskuläres Ereignis (Herzinfarkt, Schlaganfall etc.) erlitten. Khera hat untersucht, wie gut der Astro-CHARM dies mit und ohne Bestimmung des Koronarkalks vorhersagen konnte.

In der sogenannten C-Statistik, die Sensitivität und Spezifität kombiniert, erreichte der Astro-CHARM ohne Berücksichtigung des Koronarkalks einen Wert von 0,784. Nach der Eingabe des Agatston-Werts stieg der Wert auf 0,817 an, was laut Khera eine signifikante Verbesserung darstellt. Der C-Wert kann zwischen 0,5 (purer Zufall) und 1,0 (definitive Diagnose) schwanken. Mithilfe des Koronarkalks wurden 64 Teilnehmer in eine höhere Risikogruppe und 27 in eine niedrigere Risikogruppe eingestuft.

Der Astro-CHARM eignet sich aufgrund des niedrigen Durchschnittsalters besonders für jüngere Menschen im Alter von 40 bis 60 Jahren, schreibt Khera. © rme/aerzteblatt.de

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