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Deutschland hat Nachholbedarf bei der Stillförderung

Donnerstag, 2. August 2018

/Romanova Anna, stock.adobe.com

Berlin – Maßnahmen zur Stillförderung sind in Deutschland weiterhin notwendig. Das schließt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin aus Daten der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS). Diese wurden jetzt in einer Ausgabe des Bundesgesundheitsblatt mit dem Schwerpunkt „Stillen“ veröffentlicht. Die Ergebnisse aus der KiGGS Welle 2 zeigen danach, dass die Stillquoten zwischen den Geburtsjahrgängen 2009/2010 und 2013/2014 zwar angestiegen sind, die Prävalenzen für volles und ausschließliches Stillen aber keine Veränderungen zeigen.

Laut Untersuchung wurden in den Geburtsjahrgängen 2012 bis 2016 40 Prozent aller Säuglinge in Deutschland in den ersten vier Lebensmonaten ausschließlich gestillt. 12,5 Prozent der Säuglinge erhielten in den ersten sechs Monaten ausschließlich Muttermilch. Fast 90 Prozent der Mütter beabsichtigten laut RKI, ihr Kind nach der Geburt zu stillen, und 97 Prozent dieser Mütter haben tatsächlich mit dem Stillen begonnen.

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„Zu wenig Muttermilch“ wurde häufig als Problem genannt – von Müttern, die beab­sichtigt hatten zu stillen, jedoch nicht mit dem Stillen begonnen haben, und von Müttern, die ihre Säuglinge weniger als sechs Monate gestillt haben. Laut der zweiten KIGGS-Welle zeigt die durchschnittliche Stilldauer zwischen den Geburtsjahrgängen 2001 und 2014 keine wesentlichen Änderungen. „KiGGS Welle 2 zeigt, dass weiterhin Maßnahmen zur Stillförderung erforderlich sind“, lautet das Fazit der Autoren im Bundesgesundheitsblatt.

„Die Wissenschaft steht immer wieder vor einer großen Herausforderung, wenn es um die Frage geht, welche unterschiedlichen Effekte das Stillen für Kind und Mutter hat. Kontrollierte Studien zu diesem Thema sind schwer umsetzbar, oft fehlt es auch an langfristigen Daten“, schreiben Klaus Abraham und Suzan Fiack vom Bundesinstitut für Risikobewertung im Editorial des Heftes. Sie kritisieren, dass es in Deutschland derzeit kein flächendeckendes nationales Stillmonitoring gebe. Stillhäufigkeit und Stilldauer könnten daher bislang nicht nach einheitlichen wissenschaftlichen Kriterien bestimmt werden. Allerdings seien die positiven Effekte des Stillens für Kind und Mutter klar belegt.

Das Themenheft des Bundesgesundheitsblattes wurde mit Unterstützung der Nationalen Stillkommission (NSK) am Bundesinstitut für Risikobewertung erstellt und umgesetzt. © hil/aerzteblatt.de

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