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Vermischtes

Ärzte behandeln mehr schwere Sonnenbrände

Donnerstag, 2. August 2018

/retbool, stock.adobe.com

Berlin – Ärzte im Berliner Unfallkrankenhaus Marzahn behandeln im Moment verstärkt schwere Sonnenbrände. „Da geht es nicht mehr um Hautrötungen. Das sind Verbrennungen zweiten Grades samt Blasenbildung“, sagte Sprecherin Angela Kijewski. Die Klinik ist auf Brandverletzungen spezialisiert.

Betroffen seien alle Altersgruppen – von Kindern ohne ausreichenden Sonnenschutz bis hin zu Senioren, die manchmal erschöpft in der Sonne eingeschlafen sind. „Die Patienten kommen oft nachts, weil sie die Schmerzen nicht mehr aushalten“, sagte Kijewski. Ob Kleidung oder Bettdecke – jede Berührung mit den verletzten Hautpartien verursache große Pein, manchmal komme Fieber dazu.

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Bei Blasenbildung zum Arzt

Bei einer Blasenbildung der Haut nach einem Tag in der Sonne sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, rät Kijewski. Eine Behandlung beugt neben der Schmerzlinderung auch Entzündungen vor. Besonders gefährdet seien Diabetiker, weil sie zum Beispiel an den Füßen weniger Schmerzempfinden haben und einen Sonnenbrand beim Entstehen weniger schnell bemerkten.

„Wir hatten hier einen Mann, der konnte wegen eines schweren Sonnenbrands an den Füßen nicht mehr laufen, ergänzt sie. Bei ganz üblen Verbrennungen müssen Patienten in der Klinik bleiben. Das sei aber der Ausnahmefall, sagte Kijewski. Ambulant bekämen sie oft eine Infusion mit Schmerzmitteln zur Linderung.

Normalerweise kennen Ärzte diese Form der Hautverbrennungen nur von Solarien­besuchern, die sich ohne Schutzcremes zu lange auf eine Sonnenbank legten. In diesem heißen Sommer kämen die Verletzungen durch die echte Sonne häufiger vor als früher, berichtete Kijewski. Unterschätzt würde dabei manchmal auch die stärkere Lichtreflexion am oder im Wasser – die Sonnenbrandgefahr ist dann noch größer.

Dermatologen warnen auch vor langfristigen Folgen wie Hautkrebs. Eine wiederholte und zu intensive Sonneneinstrahlung ohne Schutz gilt als großes Risiko – auch bei Berufsgruppen wie Bauarbeitern oder Dachdeckern. Je nach Hauttyp und Alter ist auch der gute alte Sonnenhut keine schlechte Idee. Die beste Vorbeugung gegen Sonnenbrand aber bleibt ein Platz im Schatten.

© dpa/aerzteblatt.de

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