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Politik

Sanitäter übernehmen Bereitschaftsdienste in Niedersachsen

Donnerstag, 2. August 2018

/Paul Hahn, Johanniter

Delmenhorst – Bei Hausbesuchen von Patienten könnte Telemedizin bald eine größere Rolle spielen. In Delmenhorst, Lemwerder und Ganderkesee in Niedersachsen wird derzeit getestet, ob der kassenärztliche Bereitschaftsdienst von Fachkräften wie Rettungsassistenten und und Notfallsanitätern übernommen werden kann, wenn diese bei Bedarf per Ferndiagnose von einem Arzt unterstützt werden.

„Niedersachsen zählt mit innovativen Projekten im Bereich der Digitalisierung und Telemedizin zu den Vorreitern“, sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD) heute in Delmenhorst. Die Versorgung der Menschen auf dem Land könne durch Telemedizin verbessert werden.

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Hintergrund der Idee, Rettungsassistenten und Notfallsanitäter im Bereitschaftsdienst am Wochenende einzusetzen, ist die abnehmende Zahl an Hausärzten, wie der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch, sagte. „Die Entlastung im kassenärztlichen Bereitschaftsdienst steigert die Attraktivität für Hausärzte und andere ärztliche Fachgruppen, eine Praxis in der Region zu übernehmen oder zu eröffnen.“

Wer in der Projektregion am Wochenende den Bereitschaftsdienst anruft, landet bei der Johanniter-Unfall-Hilfe. Bei Bedarf fährt eine Gesundheitsfachkraft zum Patienten, bei schwierigen Behandlungen verbindet sie sich über ein technisches Gerät mit einem Mediziner im Krankenhaus. Die Diagnose geschieht per Telemedizin. „Wir gehen davon aus, dass 85 Prozent aller Patienten zuhause geholfen werden kann“, sagte der Ärztliche Leiter der Telemedizin am Klinikum Oldenburg, Daniel Overheu.

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der KVN, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Klinikums Oldenburg finanziert. Es soll zwei Jahre laufen und könnte nach Einschätzung von Reimann Modellcharakter für andere niedersächsische Regionen haben. © dpa/aerzteblatt.de

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